Di
29
Nov
2011
Von 600 bis 800 Ideen hat die Abteilung von Dirk de Boe beim Elektronik-Konzern Philips 15 realisiert. Dies berichtet heute der Weser Kurier in einem Interview mit dem Innovationsmanager. Manchmal können Visionenarbeiter von den Erfahrungen großer Unternehmen lernen. Denn der Ausschuss, den wir bei unserer Visionenarbeit haben, bekommt so etwas Normales, und das Scheitern gehört zum Prozess dazu.
Fr
28
Okt
2011
Ich erinnerte mich heute an eine Schwitzhütte, an der ich vor vielen Jahren in Montana teilnahm. Es war meine erste Schwitzhütte. Ein Mann erhitzte die Steine in einem Feuer direkt vor dem Zelt und trug sie dann in die Hütte hinein. Wir anderen bückten uns und krochen beinahe in das Schwarz hinein, saßen dann dicht an dicht. Der Native American, der die Zeremonie leitete, begann zu singen, wir stimmten ein. Süßgras wurde verbrannt, ich glaube, auch eine Tabakpfeife wurde herumgereicht. Es wurde immer heißer, unsere Gesänge lauter. Dann kündete der Älteste an, gleich würden wir den Adler fliegen hören, und tatsächlich, in die Stille hinein klang ein rascher Flügelschlag. Es war magisch und bis heute weiß ich nicht, was das Geräusch zu bedeuten hatte. Es konnte ja kein echter Adler sein, der durch die Schwitzhütte flog, aber andererseits war es so eng darin, dass es unmöglich schien, dass der Älteste einen Fächer oder Ähnliches durch die Luft schlug. War es doch ein Adler, der uns besuchte?
Die Tage werden kürzer, die dunkle Zeit beginnt. Es ist wohl kein Zufall, dass ich mich an dieses Erlebnis genau jetzt erinnere.
Mi
19
Okt
2011
Der Herbst ist da. Das erste Mal setzen wir eine Mütze auf am Morgen, das erste Mal freuen wir uns auf einen heißen Tee nach Feierabend, und nach langer Zeit denken wir darüber nach, mal wieder in die Sauna zu gehen. Die dunkle Zeit beginnt, und damit die Zeit, in der wir unsere Sinne und Gedanken nach Innen richten. Auch wenn das Jahr noch in vollem Gange ist, folgt das erste Resumée, und die Frage, was wohl im kommenden Jahr sein wird, klingt leise an. Ich bin immer wieder überrascht, wie die Jahreszeiten die Visionenarbeit prägen, obwohl ich es schon so oft erlebt habe. Und so fängt es auch in mir an zu arbeiten, neue Ideen und alte Sehnsüchte steigen in mir auf, ohne dass ich etwas dafür tun muss. Ich bin gespannt, wohin mich die (Innen)reise dieses Mal führt!
So
09
Okt
2011
Visionenvorbilder sind wichtig. Das zeigt die Geschichte vom Schüler Felix. Im Jahr 2007 hielt er als Neunjähriger ein Referat über den Klimschutz vor seiner Klasse. Seine Klassenlehrerin war so begeistert, dass sie ihn bat, sein Referat an der Schule zu wiederholen. Felix hatte von der kenianischen Umweltaktivistin Wangari Maathai gehört, die auf ihrem Kontinent das Pflanzen von unzähligen Bäumen initiiert hatte. Das können wir Kinder auch, sagte sich Felix, und äußerte diese Vision öffentlich. Er gründete die internationale Kinder- und Jugendorganisation "Plant for the Planet", in der mittlerweile Kinder aus 93 Ländern engagiert sind. Lasst uns eine Million Bäume in jedem Land dieser Erde pflanzen, rief Felix seine MitstreiterInnen auf - 3 Millionen Bäume sind es bis jetzt schon geworden.
Es war eine einzelne Frau, die 600 Frauengruppen dafür begeisterte, bisher 400 Millionen Bäume zu pflanzen. Es war eine einzelne Frau, die einen einzelnen Jungen dazu anregte, es ihr gleich zu tun.
Visionenvorbilder sind wichtig.
Mo
03
Okt
2011
In der hiesigen Zeitung, dem Weser Kurier, las ich ein Interview mit Haile Gebrselassie, dem mehrfachen Olympiasieger und Weltmeister in Distanzen von 3000 Metern bis 10000 Metern. Er erzählt darin unter anderem, dass er im letzten Jahr aufgrund von Knieproblemen seine Karriere beenden wollte. Als er nach Hause kam, waren alle über seine Entscheidung entsetzt und im Radio hörte er eine Sendung über sich, in dem die meisten Anrufer gegen sein Ende stimmten. Daraufhin entschied er, weiterzumachen und begann wieder zu trainieren.
Faszinierend die Vorstellung, von anderen in die eigene Vision zurückgeholt zu werden...
Do
22
Sep
2011
Eigentlich hatte ich es schon entschieden. Nachdem ich meinen Schrebergarten zwei Jahre lang kaum mehr genutzt hatte, er mehr Ballast als Freude geworden war, wollte ich ihn kündigen. Monat für Monat hatte ich mich geprüft und immer wieder hatten andere Dinge vor der Gartenarbeit Vorrang. Mein schlechtes Gewissen wuchs, und dem wollte ich ein Ende machen. Schluss, Ende, Aus! Ich schrieb die Kündigung und schwang mich auf mein Fahrrad, um beim Verein vorbeizufahren. Ich wollte nur kurz vorher einen Blick in meinen Garten werfen um zu sehen, ob alles in Ordnung sei. Es war ein vorherbstlicher Abend, der Duft von Pflaumen und reifen Äpfeln lag schwer in der Luft, meine geliebten Dahlien schauten hinter den Zäunen hervor. Ich betrat meinen Garten, guckte mich um, und im Loslassen wurde mir klar, wie sehr ich an diesem Fleckchen Erde hänge. Ich stieg nachdenklich aufs Fahrrad und fuhr bis zum Vereinshäuschen. Nanu, keiner da? Ich las im Schaukasten, dass die nächste Vereinsstunde erst wieder im Oktober ist, ich hatte mich im Termin vertan. Aufschub!, dachte ich erleichtert. Ich beschloss, mir und meinem Garten noch eine Chance zu geben, aus der Routine und dem Gewohnten wieder neue Funken zu schlagen.
Di
13
Sep
2011
Ich gebe zu, ich selber dachte nie, die Casting-Show "X Factor" würde jemals Erwähnung in meiner Visionenarbeit finden. Aber nach dem Anschauen einiger Sendungen bin ich fasziniert von dem, was da auf der Bühne passiert. Jedes Mal tritt eine Person auf, deren Vision es ist, Sängerin oder Sängerin zu werden oder davon, zumindest ihren großen Auftritt zu haben. Jedes Mal erwartet die Jury und die ZuschauerInnen eine Überraschung. Mal unscheinbar oder aufgetakelt, mal aufgeregt oder supercool, ganz unterschiedlich sehen die TeilnehmerInnen aus. Man kann vom Aussehen her nicht sagen, ob sie Talent haben oder nicht. Auch von ihren einleitenden Kommentaren lässt sich dies nicht ablesen. Und dann setzt die Musik ein und sie beginnen zu singen... und nicht selten entsteht eine magische Stimmung, weil diese Menschen auf einmal Einblick geben in ihre große Leidenschaft und in ihre große Begabung. Ein kleiner "Bubi" legt die mitreissendste Performance hin, eine schüchterne Frau rockt plötzlich ab. Man kann hier eine wahre Charakterstudie betreiben und Vieles lernen über das Verwirklichen von Visionen. Übrigens auch von denen, die auf der X Factor-Bühne "scheitern". Denn sie sind das Risiko des Scheiterns eingegangen, um ihren Traum zu leben. Hut ab!
Do
08
Sep
2011
Ich habe heute in einem Wartezimmer gesessen, in dem es außer einigen Flyern nur Zeitschriften rund um den Vogel gab. Ornithologische Fachzeitschriften, um genau zu sein. Erst zögerte ich, dann siegte meine Neugierde. Und mit dem Aufschlagen der Seiten öffnete sich mir eine gänzlich neue Welt. Nicht nur, dass ich bezaubert war durch die Schönheit der Vogelarten, die in der Zeitschrift abgebildet waren, ich war auch fasziniert davon, wie Menschen, die eine bestimmte Leidenschaft leben, die Welt durch eine ganz bestimmte Brille sehen. Es gab Anzeigen für Ferienunterkünfte, wie es sie in -zig Magazinen gibt, nur dass hier alle Unterkünfte in Gebieten lagen, in denen man besonders gut Vögel beobachten kann. In Artikeln wurden die Jahreszeiten danach beschrieben, welcher Vogel wann wo nistet oder seinen Flug in andere Länder beginnt. Und in jeder Ausgabe gab es einen "Star" - in diesem Fall keinen berühmten Schauspieler oder Sänger, sondern eine Vogelart, die sich durch ein besonderes Äußeres oder ein besonderes Verhalten auszeichnet. Ich freute mich für die Menschen, die einer so naturverbundenen und lebensachtenden Leidenschaft nachgehen, und erkannte, dass Visionen ein ganzes Universum darstellen bzw. die Welt verzaubern können.
Solche Visionen können mich zu eigenen Visionen anregen, und ich liebe Momente, in denen sich mir neue Welten öffnen.
Fr
02
Sep
2011
Wieder ein neuer Aspekt, den ich in der Visionenarbeit entdeckt habe und der mich im positiven Sinne umtreibt: Visionen im Alter. Sie zu entdecken, zu leben, voranzutreiben bis zuletzt. Buchstäblich zuletzt. Denn ich frage mich, was mich bis ins hohe Alter lebendig halten könnte. Und mir begegnen immer mehr alte Menschen - in den Medien und in der Realität -, die mir darin Vorbild sein können.
Zwei wunderbare Filme dazu von zwei wunderbaren Frauen, die nicht anders können als arbeiten bis zur Bahre, weil ihre Arbeit sie erfüllt und ihnen Bedeutung gibt:
"Ich will dich - Begegnungen mit Hilde Domin" und "Die Frau mit den 5 Elefanten".
Im ersten Film begleitet die junge Filmemacherin Anna Ditges zwei Jahre lang die große Dichterin Hilde Domin mit ihrer Kamera. Eine Freundschaft entsteht während dieses Projektes und Hilde Domin lässt die Filmemacherin ganz nah an sich ran. Sie lässt sich begleiten bei einem Besuch in ihrem ehemaligem Elternhaus in Köln, beim Gang auf den Friedhof, auf dem ihr Ehemann begraben liegt, bei stillen Stunden in ihrer Wohnung. Sie erzählt aus ihrem Leben, das geprägt war durch das Exil während der Hitlerzeit, durch ihre Ehe und Kinderlosigkeit, und durch ihre Gedichte, die ihr zum Lebensinhalt wurden.
Der zweite Film handelt von Swetlana Geier, die die fünf großen Romane Dostojewskijs - "die 5 Elefanten" - vom Russischen ins Deutsche übersetzt hat. Auch eine Frau des Wortes, auch eine Frau, die das Leben in einem anderen Land geprägt hat. Man sieht, wie sich mit über 80 Jahren immer noch morgens an den Tisch setzt, um ihrer großen Leidenschaft, dem Übersetzen, zu widmen.
Es ist faszinierend, beide Filme zu sehen, mit ihren Parallelen und mit ihren Unterschieden. In beiden Filmen werden zwei starke Frauen gezeigt, die gar nicht anders können als ihre beruflichen Visionen zu leben. Es werden zwei Frauen gezeigt, die noch im hohen Alter körperlich so fit sind, dass sie sich in ihren eigenen vier Wänden versorgen können. Zwei Frauen, die das Mobiliar, das Handwerkszeug zum Schreiben und die Erinnerungen aus dem letzten mit ins 21. Jahrhundert getragen haben. Die aufgrund ihrer schmerzlichen und schönen Erfahrungen ihrer langen Leben verletzlich geworden sind, und gleichzeitig eine große Ruhe ausstrahlen, weil sie so viel gesehen haben. Und die, weil so viel hinter ihnen liegt, jedem Tag, den sie noch erleben dürfen, etwas Kostbares verleihen.
Mi
12
Jan
2011
Ein Vorhaben von mir in diesem Jahr ist es, mich mit der Kraft der Gedanken zu beschäftigen. Ich bin fasziniert davon, dass wir mit unseren Visionen Realität erschaffen. So vieles, was noch nicht war, kann sein, weil ich es visualisiere und für sinnvoll erachte. Ich möchte diesem Prozess auf den Grund gehen, um ihn zukünftig noch stärker in meine Visionenarbeit einfließen lassen zu können. Schon jetzt habe ich erste aufregende Entdeckungen gemacht, und ich freue mich, sie hier mit Ihnen zu teilen.