Tanz der Visionen: Das Buchprojekt online

Hier schreibe ich mein Buch über die Prinzipien der Visionenarbeit. Am Ende wird es das Buch als E-Book geben.

Fr

23

Jul

2010

Visionenbuch, Kapitel Drei, 5: Träumen

Palmen

Dass eine Vision nicht wirklich zu unserem Wesen und zu unseren Bedürfnissen passt, könnte ein Grund dafür sein, sie vage zu lassen. Irgendwie fänden wir es toll, auf dem Land oder auf einer Insel oder in der Karibik zu leben, und ein eigenes Unternehmen zu gründen, mit dem wir weltweit expandieren, stünde uns auch gut --- doch sind wir ganz ehrlich mit uns selbst, lieben wir weder die Einsamkeit noch die Hitze, und auch die 80-Stunden-Woche ist nicht unser Ziel.

 

Je mehr wir uns wirklich kennen (und dazu auch stehen, wie wir wirklich sind), desto unmittelbarer fließt unsere Selbsterkenntnis in unsere Vision mit ein. Es wird dann ein Prozess, der nicht zu trennen ist – während wir uns unsere Vision ausmalen, spüren wir auf, was uns von ihr entspricht und wo wir uns selber in die Irre führen. Oder wir verwirklichen unsere Visionen und erforschen im Tun unser Wesen. Ich gehe beispielsweise mit einem Theaterstück auf Tournee und erkenne dabei, dass ich notorisch gelangweilte Bahnfahrerin bin und Nähe zu meinem Partner ersehne. Es ist kein theoretischer Prozess, sondern ein Hin- und Herpendeln, bis es sich „rund“ anfühlt.

 

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Fr

23

Jul

2010

Visonenbuch, Kapitel Drei, 4: Träumen

Palmen

Um Visionen zu finden, die authentisch sind, ist es wichtig, sich selber gut zu kennen. Und die Visionenarbeit ist einer der besten Wege, sich selber gut kennen zu lernen. Es ist ein Prozess, bei dem man sensibler für seine wahren Bedürfnisse wird und lernt, schnell zu erkennen, wann eine Vision wirklich eine ist, für die es sich zu arbeiten lohnt. Das ist nicht mit Zensur zu verwechseln, die uns unsere Visionen zerstört, bevor sie in uns entstehen. Es ist eher ein innerer Katalysator, durch den unsere Visionen auf ihren Kern hin reifen und nicht Gefahr laufen, Phantasien zu sein oder zu bleiben.

 

Im letzten Winter beispielsweise hatte ich die Vision, mit einem selbstgeschriebenen Theaterstück auf Tournee zu gehen. Tage- und nächtelang malte ich mir aus, was ich schreiben wollte, und wie mein Leben aussehen würde. Ich sah mich von Stadt zu Stadt fahren, ich spielte auf der Bühne, ich erntete Applaus. Ich ging in meiner Vision auf, bis ich sie mir immer konkreter ausmalte: Als ich mir nicht nur die Momente auf der Bühne, sondern auch die im anonymen Hotelzimmer ausmalte, vorstellte, monatelang von meinem Partner getrennt zu sein, da wurde mir bewusst, dass der praktische Teil meiner Vision in keiner Weise meinem Wesen entspricht. Ich bin notorisch gelangweilte Bahnfahrerin und fühle mich alleine auf Reisen schnell verloren. Die raschen Ortswechsel, die Sehnsucht nach meinem Partner – nein danke. Der Kern meiner Vision gefällt mir immer noch – doch das Drumherum passt nicht zu mir und es fällt mir leicht, davon loszulassen.

 

 

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Fr

23

Jul

2010

Visionenbuch, Kapitel Drei, 3: Träumen

Palmen

Natürlich hat es auch mit unserem Wesen zu tun, wie genau wir zu unseren Visionen finden. Auch wenn schon das Wort „Vision“ die Betonung auf das Visuelle legt, gibt es unterschiedliche Kanäle, durch die unsere Vorstellungen von einer gewünschten Zukunft zu uns kommen. Auch das Wort kann uns zu unseren Visionen leiten. Hauptsache, wir finden einen Weg, uns mit unserem inneren Wissen zu verbinden oder dieses sachte zu entwickeln. Mir fällt dazu eine Freundin ein, die mir erzählte, sie hätte schon immer gewusst, dass sie Mutter werden wolle. Es war nur dieser eine Satz, der mir nicht vermittelte, wie genau sie zu diesem Wissen gelangt war. Nur, dass sie es hatte und dass es ihr als Leitstern diente, das machte mir der tiefe Blick, der ihre Mitteilung begleitete, deutlich.

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Fr

16

Jul

2010

Visionenbuch Kapitel Drei, 2: Träumen

Palmen

Wir können ganz spontan in den Zustand des Träumens geraten, tags oder nachts. Wir sind inspiriert von einem Ereignis, irgendein Knoten platzt, unser Leben beschäftigt uns – und auf einmal fließen die Bilder nur so in uns hinein. Visionen kommen nicht in blassen Farben zu uns, Visionen schillern und knallen. Wenn wir von einem neuen Projekt träumen, das wir im Traum selbstverständlich erfolgreich abschließen, erhalten wir nicht irgendeine Anerkennung, sondern den Nobelpreis oder Oskar. Wir präsentieren es auch nicht bundesweit, sondern gehen auf Welttournee. In unseren Visionen sind wir Königin und König! Die Pferde, die wir züchten, sind die Prächtigsten der Welt, die Häuser, die wir bauen, Paläste. Oft sind unsere Vorstellungen so klar und dicht, dass wir in ihnen gedanklich spazieren gehen können. Es ist ein Szenario, das sich vor unserem inneren Auge entfaltet, und wir füllen es für diesen Moment mit unserer ganzen Seele aus. Das Wunderbare ist, dass wir in unseren Visionen alles können. Wir sehen uns auf der Bühne singen, wir sehen uns über die Weiden reiten, wir haben alle Prüfungen bereits bestanden und haben alles erreicht.

 

Nüchtern gelesen, kommt uns diese Beschreibung recht waghalsig, wenn nicht vermessen vor. Und doch sind es genau diese Bilder, die wir brauchen, und die wir genießen sollten, sehen wir sie vor unserem geistigen Auge. Ich möchte übrigens behaupten, dass wir dazu tendieren, kleine Bilder unserer gewünschten Zukunft zu sehen als zu große. Besonders, wenn wir älter werden und meinen, für das ganz Große, das Andere fehle die (Lebens)zeit. Wir können es üben, Visionen zu sehen, und das hat weder mit Halluzinationen oder mit Phantastereien zu tun.

 

 

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Fr

16

Jul

2010

Visionenbuch, Kapitel Drei, 1: Träumen

Palmen

Geistige Höhenflüge leiten jede Visionenarbeit ein. Sie sind der notwendige Zustand, in dem unsere Visionen geboren werden, und unsere Vorstellungen grenzenlos sind. Es ist die Welt jenseits der „Wenn“ und „Aber“, die unsere Ideen so lange in Scheiben schneidet, bis nichts mehr von ihnen übrig bleibt. Die Gegenwelt der Visionen ist uns immer zugänglich, sobald wir unsere innere Zensur loslassen und uns auf den Zustand des inneren Schauens einlassen. Visionen sind noch keine Ziele – diese Unterscheidung ist wichtig. Noch geht es nicht um klare Marschrichtungen, um die Frage, wie wir die Visionen erreichen können. Es geht um das große, bunte Bild, das so kraftvoll, so energiegeladen ist, dass es uns für den Marsch motiviert. Visionen werden aus dem Emotionalen, nicht aus dem Rationalen geboren, und sie stehen Träumen sehr nahe. Denn auch Visionen sind sehr von Bildern geprägt, und sie verbinden uns mit dem Himmel.

 

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Mo

12

Jul

2010

Visionenbuch, Kapitel Zwei, 15: Suche

Allee

Es kann sehr wichtig sein, andere zu dieser Spurensuche hinzuzuziehen. Zu oft gibt es in unserer Erinnerung und in unserer Selbstwahrnehmung blinde Flecken. Der Grund dafür mag sein, dass das, was wir gut können, sich selbstverständlich anfühlt, und wir es deshalb gar nicht als etwas Besonderes sehen. Als mich vor einigen Jahren eine Freundin besuchte, unterhielten wir uns am Frühstückstisch über ihre Diplomarbeit. Ich bot ihr spontan an, ihr beim Korrekturlesen zu helfen. Was, rief sie, das würdest du tun? Ja, antwortete ich, etwas irritiert, denn etwas Naheliegenderes hätte mir nicht in den Sinn kommen können. Meine Freundin hasste es zu schreiben und für sie war alles, was mit der Diplomarbeit zusammenhing, eine Qual. Dass es jemanden geben könne, die gerne schreibt und die sich gerne mit Texten befasst, erschien ihr wie eine Neuigkeit aus einer anderen Welt. Erst die Reaktion meiner Freundin stieß mich darauf, dass es vielleicht ein Talent ist, das ich besitze und das es zu pflegen gilt.


Andere Menschen können zum Spiegel werden, und wir sollten diesen Spiegel nutzen.

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Mo

12

Jul

2010

Visionenbuch, Kapitel Zwei, 14: Suche

Der Hund, den ich mir heute wünsche, die Musik, nach der ich mich heute gerne bewege, all das kommt in meiner Kindheit bereits vor. Noch immer gräbt meine Mutter beispielsweise ab und an eine Zeichnung von einem Clown hervor, den ich als Kind zeichnete. Neben der Spanholzschachtel, die sie mir gab und die ich als Kind mit einem Clown bemalt hatte, dem Fensterbild, das ich mit einem Clown bemalt hatte und dem Clown aus Salzteig, den ich als Kind geformt habe. Ist es ein Zufall, dass ich als Erwachsene eine Clownsfortbildung absolvierte, eine zeitlang mit einer Clownsnummer auftrat und auch in einer meiner kreativen Visionen ein Clown die zentrale Rolle spielt?

 

Unsere Kindheit kann eine wahre Schatzkammer unserer Talente und Leidenschaften sein, wenn wir nicht zu früh daran gehindert wurden, sie zu leben. Falls dies der Fall ist, könnten es die Sehnsüchte unserer Kindheit sein, die uns auf eine wichtige Spur führen. Nach welchen Orten, welchen Aktivitäten haben wir uns schon als Kind gesehnt? Gab es klitzekleine Momente, in denen wir unseren Interessen nachgingen, vielleicht sogar Geheimnisse, die wir wie einen Schatz hüteten? Diese Spurensuche mag schmerzhafter sein als die nach unseren erfüllten Erinnerungen, aber sie dient dem gleichen Zweck: Unsere Kindheit ernst zu nehmen, um jetzt als Erwachsene wieder ein Stück Kind werden zu können. Denn unsere Visionenarbeit kann uns wieder zu den Momenten hinführen, die uns aus unserer Kindheit vertraut ist: Wenn wir uns dem Fluss unseres Tuns hingeben und zufrieden sind mit uns und der Welt.

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Mo

12

Jul

2010

Visionenbuch, Kapitel Zwei, 13: Suche

Allee

Manchmal kann der Moment, in dem wir schiere Lebensfreude gespürt haben und in unserer Stärke waren, schon eine Weile zurückliegen. Manchmal kann er uns auch so selbstverständlich sein, dass wir ihn gar nicht bemerken. Es ist eine der spannendsten und erfüllendsten Vorgänge in der Visionenarbeit, den Momenten unserer Begeisterung aufzuspüren und uns somit aufs Neue mit dieser wesentlichen Energiequelle zu verbinden. Wo können wir zu suchen beginnen? Im Hier und Jetzt, indem wir uns fragen, was wir gerne tun, welche Leidenschaften wir haben und wohin uns unsere Sehnsucht zieht – und in unserer Kindheit und Jugend. Es ist überraschend, was uns unsere Vergangenheit über unsere Leidenschaften und Stärken verrät, lernen wir, genau hinzuschauen. Es gilt nur, der Erinnerung Raum zu geben und die Spuren zu erkennen.

 

Denke ich beispielsweise an meine Kindheit zurück, erinnere ich mich besonders gerne an Situationen, in denen ich kreativ gewesen bin. Ich denke an die Geschichten, die ich mir mit meinen Schwestern und mit meiner Mutter ausgedacht und geschrieben und illustriert habe. Ich denke daran zurück, wie ich meine Mutter beim Kochen damit aufheiterte, Reporter zu spielen. Die beiden intensivsten Erinnerungen an meine Grundschulzeit gehen an ein Referat über Menschenaffen zurück, das ich gehalten habe, und an eine rhetorische Rede, die ich mit einer gewieften Metapher schloss. Jahre der Schulzeit sind in meinem Gedächtnis zu einem nebligen Etwas verschmolzen – wie kommt es, dass ich gerade diese Ereignisse noch so genau erinnere (sogar die Fotos von Menschenaffen, die ich auf mein Referat klebte, erinnere ich noch!). Es müssen Ereignisse gewesen sein, in denen ich etwas besonders gut konnte und mit Begeisterung tat.

 

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Do

08

Jul

2010

Visionenbuch, Kapitel Zwei, 12: Suche

Allee

In Folge der Visionenarbeit gilt es herauszufinden, was mir neben meiner Begeisterung noch die Kraft gibt, auf meine Visionen hinzuarbeiten und einen langen Atem zu entwickeln. Denn so wunderbar die Begeisterung als beschriebener Funke auch ist, so hoch wäre der Anspruch, sie solle immer zu spüren sein. Wir alle kennen Tage und Phasen, wo wir in schlechter Stimmung sind oder alles in Frage stellen. Auch die tollste Vision kann Elemente der Routine erhalten oder nach einer euphorischen Anfangsphase ein ruhiger, langer Fluss von Erledigungen und kleinen Höhepunkten sein. Ich komme darauf später zurück - zu Beginn geht es aber erst einmal darum, die Begeisterung zu entdecken, das Träumen zu leben, das Große zu denken.

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Di

06

Jul

2010

Visionenbuch, Kapitel Zwei, 12: Suche

Allee

Die Frage, was mich am Morgen beschwingt aufstehen ließe, leitet

zu einer zentralen und sehr beliebten Übung der Visionenarbeit über. Sie besteht darin, sich ein Blatt Papier zu nehmen und einmal spontan und detailliert zu notieren, wie ein idealer Tag von einem selbst ausssehen würde. Man beschreibt, wo man sich befindet, wer oder was einen umgibt, was man macht und erlebt - von dem Moment an, in dem man morgens (oder mittags ;-) ) seine Augen öffnet bis zu dem Moment am Abend, in dem man wieder ins Bett in die Hängematte in den Bauwagen in das vergoldete Wasserbett fällt. ALLES ist möglich, Träumen ist erlaubt! Wenn man den idealen Tag beschrieben hat, kann man die Beschreibung ein paar Tage ruhen lassen, und sich dann erneut hinsetzen, um zu schreiben. Dieses Mal, um seinen noch idealeren Tag zu beschreiben. Es ist gut möglich, dass erst dabei die wahre Vision zum Vorschein kommt, denn oft braucht es Übung, sich wirklich zu trauen, einmal ganz groß zu denken.

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Mo

05

Jul

2010

Kapitel Zwei, 11: Suche

Allee

Die Begeisterung ist mit das schönste Element der Visionenarbeit - da wo die Auseinandersetzung mit den eigenen Werten und die Suche nach dem Sinnhaften etwas Würdevolles, manchmal fast Melancholisches haben kann, ist die Begeisterung der Funke, der alles zum Leuchten bringt und durch die die Visionenarbeit richtig SPASS macht. Nicht immer ist dies gleich offensichtlich, liegt unsere Begeisterung oft unter einem dicken Teppich an Bedenken, Alltag und Erwachsensein - doch leichter als gedacht ist es möglich, den Teppich zu lüften und den Funken neu zu entzünden.

Ich liebe den Moment, wenn ich mit anderen Menschen über ihre Lebensentwürfe rede. Alleine durch ihre Körpersprache ist ihr Funke erkennbar. Probieren Sie es einmal aus und befragen Sie eine Freundin oder einen Freund zu seinem Beruf. Was er so macht, was er plant zu machen, und dann, was er EIGENTLICH machen würde, wenn er könnte was er wollte. Bobachten Sie ihr oder sein Gesicht, die Augen, die Gestik. Vielleicht mache ich irgendwann mal eine Videostudie dazu und veröffentliche sie hier... auf jeden Fall können Sie davon ausgehen, dass auch Sie einen solchen - oder mehrere - Funken in sich tragen und er beim Erzählen zum Ausdruck kommt, ohne dass Sie selber es vielleicht merken. Ein Klassiker, um herauszufinden, was uns begeistert, ist die Frage, was uns am Morgen dazu motivieren würde aufzustehen - ohne Stöhnen und Migräne, sondern mit einem beschwingten, freudigen "JA!"-Gefühl!

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Fr

02

Jul

2010

Visionenbuch, Kapitel Zwei, 10: Suche - Zwischenstück

Allee

Als wir auf der Visionensuche, die ich gerade im Tessin mitgemacht habe, in unsere "Solozeit" aufbrachen, mussten wir über eine Schwelle gehen. Bevor wir darüber traten, war ein Teil dessen, was wir sagten: "Ich tue es für mich und die Welt".

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Mo

31

Mai

2010

Buchpause

Liebe Visionenfreundinnen und Visionenfreunde,

 

ich mache eine Spätfrühlings-Vorsommerpause und freue mich, ab dem 21. Juni wieder für Euch und Sie zu schreiben.

 

 

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Mi

26

Mai

2010

Visionenbuch Kapitel Zwei, 9: Suche

Allee

Oft ist die Antwort, wozu wir auf der Welt sind, bereits in uns vorhanden. Die Frage nach dem, was uns begeistert, kann uns direkt zu ihr hinführen. Manchmal kann der Moment, in dem wir schiere Lebensfreude gespürt haben und in unserer Stärke waren, schon eine Weile zurückliegen. Manchmal kann er auch so selbstverständlich für uns sein, dass wir ihn gar nicht bemerken. Es kommt einer Detektivarbeit gleich, den Momenten unserer Begeisterung aufzuspüren, doch die Arbeit lohnt sich. Ich bezeichne die Begeisterung als zweite Wurzel, aus der unsere Visionen wachsen.

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Fr

21

Mai

2010

Visionenbuch Kapitel Zwei, 8: Suche

Allee

Die alten Kulturen haben in sich einen Wert verankert, der für ihre Lebensgestaltung eine elementare Rolle gespielt hat und heute zum Teil noch spielt. Sie richteten ihr Handeln nach der Frage aus, ob es sich positiv auf die kommenden sieben Generationen auswirken würde. Sie ordneten ihren Visionen also eine große Wirkungskraft zu, im positiven als auch im negativen Sinn.

Erst einmal klingen die sieben Generationen für mich abstrakt. Ich selber habe keine Kinder und kenne nicht das Verantwortungsgefühl, das bei der Geburt solcher kleinen Wesen an Dimension zunimmt. Außerdem lebe ich in einer Gesellschaft, in der die Menschen viel älter als früher sind, wenn sie ein Kind in die Welt setzen. Früher war es selbstverständlich, mit vier, vielleicht sogar fünf Generationen unter einem Dach zu leben und die Auswirkungen der Handlungen einzelner oft existenzieller als die heutigen (auf den ersten Blick).

 

Ich begreife aber sofort, dass es sich bei der Nennung der sieben Generationen um eine bedeutungsvolle Botschaft handelt, ist doch die 7 eine symbolisch oft verwandte Zahl. Und mit einem kleinen "Trick" gelingt es mir, die Bedeutung gänzlich zu begreifen - indem ich die Linie der sieben Generationen zurückdenke und die Generationen, die hinter mir liegen, visualisiere. Denn ich selber habe ja Mutter und Vater, und habe nicht nur meine Großeltern, sondern auch noch immerhin eine Urgroßmutter erlebt. Nicht nur ihre physische Präsenz hat mich geprägt, sondern auch die Erzählungen, die über sie und die davor liegenden Generationen in unserer Familie kursierten. Vorstellbar, wieviele Werte bewusst oder unbewusst an mich weitergegeben wurden, die ihre Wurzel in meinen Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Eltern hatten.

 

Und jetzt wieder in die andere Richtung gedacht: Was gebe ich an die kommenden sieben Generationen weiter, wenn ich als Soldat im Krieg morde? Oder wenn ich Selbstmord begehe? Oder wenn ich trotz finanziellen Wohlstands ein ärmliches Leben voller Angst lebe? Oder wenn ich nicht wage, meine Kreativität zu leben? Oder wenn ich es wage, sie zu leben?

 

Wie dienen meine Visionen den kommenden sieben Generationen?

 

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Di

18

Mai

2010

Visionenbuch, Kapitel Zwei, 7: Suche, Zwischenstück

Allee

Sexualität ist schlecht.

 

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.

 

Geld stinkt.

 

Arbeit muss weh tun.

 

Im Alter muss man bescheiden sein und dankbar dafür, dass man gesund ist.

 

Es ist zu spät für Visionen.

 

Wenn man einmal so richtig glücklich ist, folgt das Unglück auf dem Fuße.

 

Nicht auffallen.

 

Schuster, bleib bei deinen Leisten.

 

(Liste, unendlich weiterzuführen)

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Di

18

Mai

2010

Visionenbuch, Kapitel Zwei, 6: Suche

Allee

Ein Wert, der mein Denken und Handeln lange bestimmt hat und mit dem ich meine Visionen sabotiert habe, war der Glaube, mit spiritueller Arbeit kein Geld verdienen zu dürfen. Sie lachen vielleicht, so abstrus erscheint Ihnen dies, und ich selber finde dies heute befremdend. Aber es ist wahr: Lange Zeit habe ich mich an diesem Glauben orientiert. Gespeist war er durch meine Hingezogenheit zum spirituellen Leben, das oft mit Askese gepaart ist. Ich liebte Geschichten von Nonnen und Mönchen, die zurückgezogen im Kloster ihren Glauben praktizieren und einmal am Tag mit einer leeren Schüssel durch das Dorf ziehen, um Speisen und Spenden zu empfangen. Nur habe ich aus dem Blick verloren, dass ich in einem anderen Gesellschaftssystem lebe und wahrscheinlich eher etwas auf den Deckel bekäme als etwas in die Schüssel, würde ich an fremde Haustüren klopfen. Außerdem habe ich spirituellen Tätigkeiten (gehe ich einmal von einem Unterschied zwischen spirituellen und profanen Tätigkeiten aus) damit seltsam entwertet, anstatt sie aufzuwerten, was eigentlich mein Bestreben war. Was nutzt mir eine spirituelle Tätigkeit, wenn ich im Alter verarmt vor mich hin lungere oder mir jede weltliche Freude versage?

 

Dieses krude Wertesystem führte mich immer wieder an den Rand der Verzweiflung. Ich erinnere noch, wie ich schon vor zehn Jahren den tiefen Wunsch führte, Visionenarbeit anzubieten. Damals hatte ich "Der Weg des Künstlers" von Julia Cameron entdeckt und war Feuer und Flamme. In einem Urlaub arbeitete es kräftig in mir ob meiner Vision, den Weg des Künstlers professionell weiterzugeben, um weinend auf einer Bank in den Dünen zu landen. Nein, für diese Arbeit könnte ich nie und nimmer Geld nehmen, so heilig war sie! Aber da ich kein Geld dafür annehmen konnte, aber Geld brauchte, konnte ich die Arbeit also auch nicht anbieten. Punkt.

 

Da hätte ich noch tausend Mal öfter eine Vision von Wohlstand in meinen Visionenhefter schreiben können, in mir wütete ein Saboteur, den ich erst später erkannte und durch intensive innere und äußere Arbeit dingfest machte. Spätestens nach meiner ersten Selbstständigkeit weiß ich, dass j e d e ernstgemeinte Arbeit, spirituell oder "profan", unglaublich viel Arbeit macht. Und dass es ein gerechter und wichtiger Ausgleich ist, sich diese Arbeit angemessen bezahlen zu lassen.

 

Welche verrückten Wertesysteme kennen Sie?

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Mo

17

Mai

2010

Visionenbuch: Kapitel Zwei, 5: Suche

Meine Werte sind in ihrer Bedeutung für meine Visonen nicht zu unterschätzen. Sie zeigen mir, was mir im Leben wert-voll ist. Sie beeinflussen mich in all meinen Lebensbereichen und bestimmen, welches Berufsfeld ich wähle, welchen Status ich mir im Leben erobern möchte, wie ich zu Besitz stehe, sie bestimmen, ob und wie ich eine Partnerschaft lebe, ob ich Kinder haben möchte und wie ich mit meiner Familie und mit meinen FreundInnen umgehe. Es ist wichtig, mir meine Werte bewusst zu machen, denn es gibt Werte, die mich beeinflussen, ohne dass ich es möchte, und die meine Lebensgestaltung und Visionenarbeit elementar beeinflussen.

 

Ein Beispiel: Ich formuliere die Vision, wohlhabend zu sein und meinen Besitz zu mehren. Ich meine, dass dies eine ernsthafte Vision von mir ist, denn ist Wohlstand nicht der natürlichste Wunsch des Menschen und somit auch von mir? Doch so sehr ich mich auch bemühe und an meiner Vision "arbeite", mein Kontostand bleibt gleich und die ersehnten Reichtümer sind so weit entfernt wie eh und je. Misstrauisch geworden, sehe ich mir meine Werte einmal genauer an und muss entdecken, dass tief in mir der Glaube wohnt, dass wohlhabende Menschen schlecht sind.  Ich weiß nicht, woher ich diesen Glauben habe, doch tief in mir ist er abgelagert: "Geld stinkt". Kein Wunder, dass ich mich, was meine finanzielle Vision anbelangt, selber sabotiere. Das Erkennen meiner Werte kann sehr hilfreich sein, diese Selbstsabotage aufzuheben - wobei es manchmal erstaunlich ist, wie hart ich an mir arbeiten muss, um Werte, mit denen ich mir schade, gegen heilende und fördernde zu ersetzen.

 

 

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Fr

14

Mai

2010

Buch Visionen: Kapitel Zwei, 4: Suche - Zwischenstück

Allee

Warum bin ich auf dieser Welt?

Wo ist mein Platz?

Gibt es eine Berufung für mich?

Gibt es zwei Berufungen für mich?

 

Was ist der Sinn des Lebens?

Warum gibt es Leid auf dieser Welt?

Wie kann ich mich sicher fühlen in einer Welt, die sich immer wieder verändert?

Wie ertrage ich Verluste in meinem Leben?

Große Verluste?

 

Darf ich meine Begeisterung in das Zentrum meiner Aufmerksamkeit stellen?

Muss ich nicht leiden müssen?

Muss ich nicht zumindest Pflicht ertragen wie es sich für Erwachsene nun einmal gehört?

Muss ich immer ein Ziel verfolgen?

Oder zwei Ziele?

 

Was ist der rote Faden in meinem Leben?

Was ist, wenn ich in fünf Jahren sterben würde?

Was ist, wenn ich in einem Jahr sterben würde?

Was würde ich noch tun?

Was würde ich nicht mehr tun?

 

Was wäre gewesen, wenn man mich schon als Kind Visionenarbeit gelehrt hätte?

 

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Do

06

Mai

2010

Buch Vision, Kapitel Zwei, 3: Suche

Bei der Suche nach der eigenen Lebensaufgabe handelt es sich keineswegs um ein egoistisches Unterfangen. Die Kernvision des Einzelnen war schon immer mit dem Dienst an der Allgemeinheit verbunden. Ob der Dienst an der Natur, an den Menschen, an den Tieren – wer ernsthaft nach seiner Berufung sucht, wird unweigerlich mit seinen inneren Werten konfrontiert. Er wird immer danach streben, etwas Größerem zu dienen. Alleine der ernsthafte Versuch, seinen Platz auf dieser Welt zu finden und einzunehmen, weist über den Einzelnen hinaus. Indem er seiner Berufung folgt, verbindet er sich mit dem Kosmos – und egal, in welchem Bereich er nach seiner Entwicklung strebt, wird er helfen, dass auch die Welt sich weiter entfaltet.

 

Einerseits klingt es abstrakt und fast altmodisch, seine Werte zu definieren und sie zur Grundlage der eigenen Visionen zu machen. Andererseits haben wir in jedem Moment Zugang zu unseren Werten, horchen wir in uns. Dabei ist es wichtig, die Werte, die für uns wichtig sind, nicht zu bewerten. Werte sind so vielfältig wie wir es sind und ein jeder Mensch kann zu einem erfüllten, sinnvollen Leben genau damit beitragen, was ihm im Hier und Jetzt zur Verfügung steht.

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Do

06

Mai

2010

Buch Vision, Kapitel Zwei,2: Suche

Seine Lebensaufgabe finden – das klingt gewaltig und kann einschüchternd wirken. Auch ich beneide manchmal die Kulturen, in denen dem Einzelnen die Lebensaufgabe von anderen mitgeteilt wurde. Bei den Aborignees beispielsweise war es Brauch, dem Heranwachsenden ein Lebensschild, das „chirunga", zu überreichen. Auf diesem Schild hatten die Ältesten des Stammes den Lebensweg des Jugendlichen symbolisch verzeichnet. Er bekam eine Weisung, die seinem Inneren und Äußeren eine Richtung gab. Das klingt erst einmal einfacher, scheinen doch andere die Visionenfindung übernommen zu haben. Aber ich ahne, dass auch diese Variante den Einzelnen herausforderte. Immerhin musste das Vorgegebene mit seinem Inneren deckungsgleich sein oder werden, und er musste in die Verantwortung, die ihm von seinen Nächsten übertragen wurde, hineinwachsen.

 

Hinzu kommt, dass unsere gesellschaftlichen Strukturen so komplex und wechselhaft geworden sind, dass ein „chirunga" nicht mehr auszureichen scheint. Meine Lebensaufgabe kann sich im Laufe und gemäß den äußeren Umständen ändern. Ich bin aufgefordert, sie immer wieder auf ihre geltende Wahrhaftigkeit hin zu überprüfen und mich gegebenenfalls neu auszurichten. Die Festigkeit, die ich daraus erlange, verankere ich mein äußeres Tun und Sein mit meiner inneren Ausrichtung, ist es wert, mich dieser herausfordernden Arbeit zu stellen.

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Do

06

Mai

2010

Buch Vision, Kapitel Zwei,1: Suche

Das Wort „Vision" stammt vom lateinischen „Videre" ab und bedeutet „Schauen, Sehen". Ohne ein inneres Bild von dem zu haben, was ich erreichen möchte, kann ich nicht losgehen, um dieses Bild Wirklichkeit werden zu lassen. Manchmal ist es ein äußerst konkretes Bild, das ich verfolge, manchmal eine Ahnung. Aber es gibt immer ein Ziel, das ich mir setze, und das mich motiviert, meine Schritte zu gehen.

 

Natürlich ist es möglich, einzelne Visionen zu entwickeln und diese zu verfolgen. Aber gerade, wenn ich mich das erste Mal mit meinen Visionen beschäftige, ist es sinnvoll, mich der Frage zuzuwenden, wozu ich auf dieser Welt bin. Die Antwort auf diese Frage möchte ich als Kernvision bezeichnen. Sie ist der Acker, auf dem einzelne Visionen wachsen können. Sie ist die Sonne, die meinem Lebensweg Licht schenkt. Sie ist der spirituelle Raum, in dem meine alltäglichen Vorhaben ihre Richtung finden.

 

Ich schließe mich mit dieser Erkenntnis der Botschaft vieler Ur-Kulturen an. In ihrer Visionenarbeit stand und steht die Frage nach der Lebensaufgabe des Einzelnen seit jeher im Zentrum. Gerade habe ich wieder ein Buch gelesen, in dem heute lebende Älteste verschiedener Kulturen nach ihren Lebensweisheiten befragt wurden. Egal, aus welchem Land sie kommen und welchem Glauben sie angehören, beinahe alle von ihnen geben eine zentrale Botschaft weiter: „Werde dir deiner Lebensaufgabe bewusst." In ihrer eigenen Biographie nahm die Visionensuche eine zentrale Stelle ein, die Suche nach ihrer jeweiligen Berufung wurde von ihnen intensiv verfolgt.

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Sa

01

Mai

2010

Buch Vision: Kapitel Eins, 10: Auszeiten, Zwischenstück

Mögliche Auszeiten, eine zusammenfassende Liste, gerne zu ergänzen:

 

zwei Wochen Urlaub in den Bergen

zwei Wochen Urlaub am Meer

eine Woche Urlaub in den Bergen

drei Tage am Meer

ein Tag am Meer

 

eine Visionensuche in der Wildnis

eine Visionensuche auf einem Feld in Ostfriesland

eine schlaflose Nacht in meinem Bett

 

der Tod meines Partners

der Tod meines Hundes

 

eine Woche Grippe

vier Wochen Beinbruch

drei Monate Klinikaufenthalt

eine unheilbare Krankheit

 

der Jahresanfang

das Jahresende

 

drei Stunden Visionentreff in einem Aquarium, auf dem Schrottplatz, in einem Antiquariat, auf einer Messe für Hunderassen, im Gewächshaus im Botanischen Garten, im Reisebüro

 

eine halbe Stunde Schreiben an meinen Visionenseiten

eine Viertelstunde Schreiben an meinen Visionenseiten

 

meinen Visionen Priorität geben - im Hier und Jetzt

Jetzt

Jetzt

Jetzt

Jetzt

Jetzt

 

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Di

27

Apr

2010

Buch Visionen: Kapitel Eins, Neun: Auszeiten

Zeichnung Tanzende Frau

Krankheit ist eine der unfreiwilligen Auszeiten. Wie kann ich davon profitieren, wenn mein Körper nicht mehr „funktioniert" und

lahm gelegt ist? Auch hier entferne ich mich vom Alltag und lebe - mal für kürzer, mal für länger - in einer Art Vakuum. Während mein Körper mit den Symptomen kämpft, arbeitet meine Seele, oft unbewusst, durch, was gewesen ist. Ich siebe aus, was mir in meinem Leben gefällt und was mich belastet, und justiere meinen inneren Kompass neu. Als Kinder wurde uns nach Krankheiten immer gesagt, wir seien ein Stück gewachsen. Ich habe diese Wahrnehmung auch heute noch - zumindest, was das innere Wachsen anbelangt.

 

Aber auch ganz konkret kann ich, krank und im Bett sitzend, an meinen Visionen arbeiten. Ich mag die Phase, wenn ich den Tiefpunkt überschritten habe und mich auf dem Weg der Besserung befinde. Noch bin ich zu schwach, um mich anzuziehen und den Einkauf zu erledigen - aber mein Geist ist hellwach und äußerst offen dafür, sich inspirieren zu lassen. Das sind die Tage, an denen ich mir Bücherstapel ins Bett hole und Notizen zu meinen Projekten mache - das sind die Nächte, in denen ich wach liege, weil die Ideen nur so in mich hinein- und aus mir herausströmen.

 

Krankheiten sind nicht nur gute Auszeiten, um Visionen zu mehren, sondern auch, um sie auszusortieren. Denn Krankheit wirft mich immer auf das Hier und Jetzt mit seinen endlichen Möglichkeiten zurück. Sie holt mich aus dem Hamsterrad der alltäglichen Verpflichtungen heraus, in dessen Tempo Allmachtsphantasien wachsen können. Die ganz reellen körperlichen Einschränkungen, die Krankheiten mit sich bringen, können mich neue Demut lehren und die Freiheit schenken, auf meiner großen langen Liste meiner Visionen Prioriäten zu erkennen und das Zuviel zu streichen.

 

Ich habe diese Lektion vor einigen Jahren durch eine Grippe gelernt. Noch kurz zuvor befand ich mich in einem wahren Höhenflug, was meine Visionen für die kommenden Jahre anbetraf. Ich brauchte buchstäblich eine Rolle Packpapier, um all meine Projektideen aufzuschreiben und zu sortieren. Ich sehe mich noch auf dem Boden meines Wohnzimmers sitzen, erregt über die braunen Bögen gebeugt. Ich verschob hier und da meinen Zeitplan, war mir doch aufgefallen, dass ich mir Beträchtliches vorgenommen hatte. Dass es zu viel sein könnte, dass es gar vermessen war, das kam mir nicht in den Sinn. Doch unmittelbar, nachdem ich meine Notizen und Zeichnungen beendet und die Bögen zusammengerollt hatte, streckte es mich nieder. Ich bekam eine Grippe, die mich für Wochen schwächte und immer wieder ins Bett trieb. Nach meinen geistigen Höhenflügen hatte ich buchstäblich das Gefühl, auf dem Boden aufzuschlagen und in die überschaubaren Grenzen meines Körpers verwiesen worden zu sein. In dem Verhältnis, in dem der Gang zur nächsten Straßenbahnhaltestelle zu einer langatmigen Meisterleistung wurde, in dem Verhältnis entpuppten sich meine Visionen als größenwahnsinniger Marathon, der mich über Jahre in Atem halten würde, machte ich sie wahr. Meine Krankheit lehrte mich Demut und ließ mich meine Visionen auf radikale Weise streichen. Noch heute ist die Packpapierrolle in mein Gedächtnis gebrannt und die damalige Grippe als ein elementarer Wendepunkt meiner Visionenarbeit.

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Sa

24

Apr

2010

Buch Visionen: Kapitel Eins, 8: Auszeiten

Zeichnung Tanzende Frau

Ein großes Geschenk der Visionenarbeit ist, dass sie mir dazu verhelfen kann, aus unfreiwilligen Auszeiten bewusste Zeiten des Übergangs zu machen. Es liegt mir dabei fern, diese Lebensmomente und -phasen zu beschönigen - ein Jahr der unverhofften Arbeitslosigkeit wird niemals mit einem selbstgewählten und sorgfältig geplanten Sabbathjahr vergleichbar sein -; doch die Brüche in meiner Biografie stehen dafür, dass nicht nur etwas abbricht, sondern auch etwas aufgebrochen werden kann. Der Schmerz, der mit dem Verlust des Alten und mit der Angst vor dem Ungewissen dahergeht, wird immer inklusive sein -; doch die Visionenarbeit kann hier ein Gegengewicht schaffen. Es ist absehbar, dass die Anzahl an Umbrüchen im privaten und beruflichen Bereich nicht weniger, sondern mehr werden wird. Deshalb ist es so wertvoll, dass die Visionenarbeit Prinzipien in sich birgt, die in jedem Lebensbereich und in jeder Lebensphase anwendbar sind. Ob bei der Suche nach einer neuen Arbeit, einem Partner oder einem neuen Lebensort - wer einmal die Prinzipien der Visionenarbeit verinnerlicht hat, kann sie immer wieder aufs Neue nutzen und anwenden, und damit auch zukünftigen unfreiwilligen Auszeiten hoffentlich ein Stück gelassener entgegentreten.

 

Visionenarbeit ist immer möglich - im Alltag und in Zeiten des Übergangs, in freiwilligen und unfreiwilligen Auszeiten. Doch wenn ich es ehrlich betrachte, entfaltet die Visionenarbeit ihre ganze Tiefe und ihre explosive Kraft besonders dann, wenn mir der Boden unter den Füßen weggezogen wird und die Welt Kopf zu stehen scheint. Im grenzenlosen Chaos, im Nichts und in der Not löst sich die wahre Qualität der Visionenarbeit ein. In diesen Un-Zeiten ist die Visionenarbeit nicht nettes Geschenk, sondern lebensnotwendiger Anker.

 

Als ich vor einiger Zeit arbeitslos wurde, war dies wie ein kleiner Tod. Mein Arbeitsvertrag war von Vorneherein befristet gewesen und ich wusste um das Ende. Da ich in den Job sehr involviert war, fiel es mir schwer, mich rechtzeitig um eine neue Stelle zu kümmern, und ich akzeptierte, dass es eine Pause geben würde. Das, was folgte, war ein tiefgreifender Prozess, der mich in meinen Grundfesten erschütterte und rückhaltlos in die Leere stieß. Ich hatte nicht geahnt, dass ich mit meinem Job auch ein Stück meiner Identität verlieren würde. Das tägliche Tun und die damit verbundenen Erfolge hatten mich selbstbewusst gemacht und mich in eine bestimmte Berufsbezeichnung hineinwachsen lassen. Jetzt wuchs in mir ein großes Fragezeichen - durfte ich mich noch entsprechend bezeichnen, ohne täglich in diesem Berufsfeld zu arbeiten? Und schon befand ich mich bei den existenziellen Fragen, die da sind: Wer bin ich? Was ist das, was ich in der Vergangenheit tat, im Heute wert? Wozu bin ich auf dieser Welt? Ich konnte die entstandene Leere nicht meiden, ich musste mein Sein durch sie hindurchziehen wie durch einen Strom Wasser, der das Gewesene vom Jetzigen, das Überflüssige vom Wesentlichen trennt - doch es war eben auch die Leere, die mich zu meiner neuen Identität führte. Sie war das notwendige Vakuum, in dem ich mein Leben reflektieren und Zeit für Neues finden konnte.

 

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Sa

24

Apr

2010

Buch Visionen: Kapitel Eins, 7: Auszeiten

Zeichnung Tanzende Frau

Ein Verlust erfordert oft einen Lebenswandel und eine Veränderung meines Alltags. Er konfrontiert mich unmittelbar mit der Frage, wie ich mit ihm leben will. Das kann sehr fordernd sein, da ich diesen Zustand und diese Auseinandersetzung nicht freiwillig gewählt habe und er meistens unerwartet kommt, ohne dass ich mich darauf vorbereiten konnte... diese Situation kann aber auch radikale Entscheidungen bewirken, die Power haben, und die mir eine gänzlich neue Sichtweise auf mein Leben ermöglichen. Etwas kommt in Gang, ohne dass ich es mir gewünscht habe... aber manchmal kann mich dieses in Bewegung kommen an neue Orte bringen und zu neuen Erfahrungen und Erkenntnissen führen, die ich sonst nie gemacht und gewonnen hätte.

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Di

20

Apr

2010

Buch Visionen: Kapitel Eins, 6: Auszeiten

Zeichnung Tanzende Frau

Neben den freiwilligen Auszeiten gibt es die unfreiwilligen Auszeiten. Diese sind immer durch einen Verlust gekennzeichnet. Ich verliere etwas, was mein Leben bisher geprägt hat, und finde mich in einer Leere wieder. Hier habe ich zwei Aufgaben - ich muss mit der Leere umgehen und ich muss aus der Leere heraus eine neue Perspektive, einen neuen Sinn für mein Leben entwickeln. Ich bin mittlerweile der Ansicht, dass die unfreiwilligen Auszeiten es sind, die eine besondere Bedeutung für die Visionenarbeit haben.

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Mi

14

Apr

2010

Buch Visionen: Kapitel Eins, Auszeiten - Zwischenstück: der Film "Zeiten der Aufruhr" mit Kate Winslet und Leonardo DiCaprio

Zeichnung Tanzende Frau

Ist eine längere Visionen-Auszeit Luxus oder Notwendigkeit? Auch dies wird von Lebenssituation zu Lebenssituation und von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein. Der Film "Zeiten der Aufruhr" zeigt beispielsweise ein junges Paar, für das eine Auszeit nicht nur notwendig, sondern überlebenswichtig ist. Ich war tief berührt von der Geschichte, weil sie zeigt, was geschehen kann, wenn man dem inneren Ruf nach einer Besinnung nicht folgt. Kate Winslet und Leonardo DiCaprio spielen das Paar, das in einer amerikanischen Kleinstadt in den 50er Jahren lebt und an den dortigen Konventionen zu ersticken droht. Sie entwickeln die Vision, gemeinsam mit ihren zwei Kindern nach Paris zu gehen, um wieder zu leben zu beginnen und damit auch der Mann Muße findet, sich seiner Berufung bewusst zu werden. Eine Zeit der Euphorie und Gemeinsamkeit beginnt, in der sie die Übersiedlung planen. Doch dann erhält er das Angebot, in seiner Firma aufzusteigen und sie wird mit einem dritten Kind schwanger. Beides äußere Gründe, die der Angst vor der eigenen Courage und der Meinung anderer günstig zuspielen. Ihre Zuversicht bröckelt, sie stoppen das Unterfangen. Er kann sich einigermaßen mit der Entscheidung arrangieren, sie stirbt daran. Es ist eine radikale Geschichte, die trotz oder gerade wegen ihrer Tragik Mut macht, sich selber eine Auszeit einzugestehen und diese durchzusetzen, was auch immer andere oder "die Welt" dazu zu sagen hat.

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Mi

14

Apr

2010

Buch Visionen: Kapitel Eins, 5: Auszeiten

Zeichnung Tanzende Frau

Vor einigen Jahren hätte ich noch behauptet, für das Umsetzen meiner kreativen Visionen längere Auszeiten zu brauchen. Ich weiß noch, wie ich bei Julia Cameron las, dass sie ihre Bücher in der U-Bahn geschrieben hat, und mir dies für mich undenkbar schien. Zum Schreiben eines Buches gehörte für mich absolute Muße, innere und äußere Freiheit, unendliche Zeit! Nun finde ich mich heute wieder, wie ich an diesem Buch hier alle paar Abende ein paar Absätze schreibe. Manchmal bin ich dabei erschöpft von einem bereits langen Arbeitstag, manchmal muss ich gleich wieder weg zu einem Abendtermin und halte mich sehr kurz... aber ich bin immer inspiriert und fühle mich mit meinen Visionen im Fluss.

 

So können sich meine Einstellung ändern, ich durchwandere verschiedene Lebensphasen, in denen mal das eine, mal das andere besser passt. So möchte ich auch Sie dazu ermutigen, mit Ihrer Visionenarbeit zu experimentieren und herauszufinden, welche Auszeit wann wie iIhrem Bedürfnis entspricht. Ist es Ihnen möglich, sich Ihren Visionen in kurzen Auszeiten zu widmen? Vielleicht gestalten Sie sie kurz, dafür aber regelmäßig? Oder wagen Sie das Abenteuer, und gönnen Sie sich den Luxus einer längeren Auszeit, in der Ihre Visionenarbeit die Königin ist?

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Di

13

Apr

2010

Visionenbuch, Kapitel Eins, 4: Auszeiten

Zeichnung Tanzende Frau

Was ist für die Visionenarbeit ergebnisreicher, eine kurze oder eine lange Auszeit? Wie so oft in der Visionenarbeit gibt es hier nicht die eine, die einzig richtige Antwort, sondern viele Facetten.

 

Der große Vorteil der kurzen Auszeiten ist, dass sie enger mit dem Alltag verzahnt sind. Meine Visionen formieren sich nicht im Abstrakten, sondern erfahren direkt im Alltag eine Überprüfung. Schon die alten Kulturen haben gesagt, dass eine Vision spirituell wertlos ist, wenn ich sie nach der Zeit in der Einsamkeit und Wildnis nicht in die Gemeinschaft hineintrage und dort lebe. Zu der modernen Visionensuche gehört es nach wie vor dazu, das, was ich in der Natur "gesehen" habe, in meinen Alltag zu integrieren. Dieser Teil wird immer zu der Visionenarbeit dazugehören.

 

Dazu kommt, dass ich damit sogleich die hohe Kunst trainiere, mir in meinem Alltag Zeit für meine Visionen zu nehmen. Denn das wird immer wieder Thema in meinem Leben sein: Wie schaffe ich es, in mein oft sehr volles Leben Momente einzuplanen, die ich meinen Visionen widme. Ob ich nun einen Visionentreff mit mir veranstalte oder in Folge ein Buch schreibe - beides setzt voraus, dass ich meiner Visionenarbeit Priorität gebe und Energie dafür aufbringe. Ob in der Phase, in der ich meine Visionen suche oder in der Phase, in der ich die gefundenen Visionen lebe - es geht um Zeit. Und nicht um die unendliche ("Ich brauche mindestens ein Jahr Zeit, ohne Arbeit, ohne andere Verpflichtungen, um das Drehbuch zu schreiben!"), sondern um die Zeit im Hier und Jetzt und Kurz und Immer Wieder ("Ich schreibe abends nach der Arbeit ein paar Zeilen für mein Drehbuch.").

 

Gleichzeitig kann es für meine Visionenarbeit sehr wichtig sein, mir einmal (oder zweimal oder dreimal) eine längere Auszeit zu nehmen. Gerade, wenn ich zum ersten Mal die große Lebensschau halte und eine Bestandsaufnahme von meinem Leben mache. Christiane schrieb in einem Kommentar, dass sich dies die wenigsten Menschen leisten können. Ich weiß nicht, ob das so stimmt. Natürlich haben wir alle Verpflichtungen, denen wir nachkommen und oft auch nachkommen müssen. Aber ich habe in der Visionenarbeit sehr viel über Energie gelernt. Da, wo wir oft meinen, die Zeit oder das Geld fehle uns, ist es eigentlich die Energie, die wir nicht bereit sind aufzubringen, oder die wir nicht haben. Visionenarbeit hat sehr viel damit zu tun, Prioritäten zu setzen und meinen Visionen Gewicht zu geben. Und sie hat viel mit Geduldhaben zu tun. Wenn ich mir heute keine Auszeit nehmen kann, dann vielleicht morgen, nächsten Monat, nächstes Jahr. Es gilt, damit wie mit jeder anderen Vision umzugehen. Zu überprüfen, ob sie wirklich meinem authentischen Wunsch oder meiner Sehnsucht entspricht, sie dann so präzise wie möglich zu formulieren, um sie in mein Bewusstsein und in die Welt bringen zu können. Und zu schauen, was passiert, wenn ich sie als Vision ernst nehme. Vielleicht muss ich länger darauf warten, dass sie sich erfüllt. Vielleicht werde ich aber überrascht sein, wie schnell ich mit dem Koffer in der Hand zum Bahnhof schreite...

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Fr

09

Apr

2010

Visionenbuch: Kapitel Eins, 3: Auszeiten

Zeichnung Tanzende Frau

Urlaub kann mich auch mit Dingen bekannt machen, die ich im Alltag nie entdeckt hätte. Eine Freundin nimmt mich in Berlin in ein Improtheater mit und ich entdecke meine Begeisterung für diese Theaterform. In Spanien sehe ich auf einem Fest eine Flamencogruppe tanzen und verliebe mich in die Energie, die der Tanz ausstrahlt. Ich verlasse in fremder Umgebung schneller "meine Spur", entspannt lasse ich mich einfacher auf Fremdes ein und meine Neugierde wird geweckt. Das alles kann ein riesengroßer Schatz sein, den wir zurück nach Hause tragen und der den Grundstein für unsere Visionen legt.

 

Ich kann als freiwillige Auszeit auch eine Visionensuche mitmachen. Diese uralte Form, die in unterschiedlichen Kulturen gepflegt wurde, wird heutzutage auch in Europa wieder angeboten. Ich werde durch Rituale in einer Gruppe auf eine Zeit in der Natur vorbereitet. Ich stimme mich auf die Umgebung ein, stelle mich innerlich auf die Mutprobe ein und gehe der Frage nach, die ich mit in die Stille und Einsamkeit nehmen möchte. Ich suche mir einen Ort für meine Visionensuche und stelle die Ausrüstung zusammen, die ich brauche. Fastend halte ich mich dann drei Tage und drei Nächte an diesem Ort auf. Ich stelle mich den Naturgewalten und dem, was in mir ist. Ich durchlebe drei Mal den Sonnaufgang und -untergang, die Nacht, die Mittagszeit. Tiere, die Luft, Wasser, die Erde... ich kehre in die Gruppe zurück und teile das, was ich "gesehen" habe. Man sagt, wenn ich mit einem Satz zurückkehre, mit dem ich ausdrücke, wer ich im Hier und Jetzt bin, dann hat sich die Visionensuche erfüllt. Von dort kann ich weitergehen und herausfinden, was ich und wie ich mich ändern und entwickeln möchte.

 

Eine freiwillige Auszeit muss nicht immer so extrem und entfernt vom Alltag sein. Ich kann mir auch kürzere Auszeiten schaffen, in denen ich einen Schritt aus meinem Alltag mache und mir Raum für meine Visionen und für meine Visionenarbeit gebe. Eine dieser Möglichkeiten habe ich mit den Visionen-Power-Treffs geschaffen. Einmal die Woche habe ich angeboten, sich für anderhalb Stunden zu treffen, um etwas über die Prinzipien der Visionenarbeit zu erfahren und sich mit den eigenen Visionen zu beschäftigen. Eine Teilnehmerin nannte es eine Verabredung mit sich selber.

 

Dann gibt es noch die "Visionentreffs". Ich habe sie von Julia Camerons' "Künstlertreffs" abgewandelt. Ich nehme mir in regelmäßigen Abständen für zwei Stunden Zeit, um etwas zu tun, was mich mit meinen Visionen verbindet. In Phasen, in denen ich auf Visionensuche bin, mache ich einfach Dinge, die mir Spaß machen und bei denen ich Neues entdecken kann. Es können ganz verrückte Sachen sein wie der Besuch eines Schrottplatzes, der Gang ins Nachttierhaus, in den Kostümverleih.Unsere Visionen folgen keiner Logik, müssen nicht vernünftig sein, im Gegenteil...

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Do

08

Apr

2010

Visionenbuch: Kapitel Eins, 2: Auszeiten

Zeichnung tanzende Frau

Ich unterscheide zwischen zwei Auszeiten: der freiwilligen und der unfreiwilligen Auszeit.

Die freiwillige Auszeit ist die, die ich bewusst wähle und gestalte. Das kann zum Beispiel ein Urlaub sein. Ich verreise, um Abstand von meinem Zuhause und meinem Alltag zu bekommen. Vielleicht packe ich mein Tagebuch in meinen Koffer, um meine Gedanken fließen zu lassen, vielleicht nehme ich ein Buch über Visionen mit, das mich inspiriert. Ich kann bewusst in die Berge fahren, um beim Wandern hinunter ins Tal auf das alltägliche Leben zu schauen und dadurch mein Leben zu reflektieren. Oder ich lasse mir an der Küste vom Rauschen und Wellenschlag des Meeres etwas über das Leben und seine Geheimnisse "erzählen".

Ein Urlaub kann mir viele Gelegenheiten geben, mich für meine Visionen inspirieren zu lassen. Er kann mich daran erinnern, was mir gut tut und in welcher Umgebung ich aufblühe. Eine Radtour kann mich daran erinnern, wie gerne ich meinen Körper spüre und mich bewege... ein Lagerfeuer kann mich daran erinnern, wie sehr ich mich danach sehne, mit den Elementen verbunden zu sein... ein spontanes Lied auf einer Wanderung kann mich daran erinnern, dass ich schon immer in einen Chor eintreten wollte.

 

Mich hat ein Urlaub in Schweden zu meinem Schrebergarten in Bremen geführt. Ich hatte schon recht lange den Wunsch, einen Garten zu haben. Es war eine Vision, die in mir reifte, aber im Außen noch keinen Anknüpfungspunkt gefunden hatte. In Schweden verbrachte ich eine Woche auf einer Schäreninsel. Ich wohnte mit meiner Schwester in einem Pippilangstrumpfhaus. Am Abend unserer Ankunft ging ich in den Garten hinaus, der das Häuschen umgab. Es dämmerte, an den Sträuchern hingen tiefschwarze Beeren, ich setzte mich auf einen runden Fels, der aus der Wiese hervorguckte. Als ich den rauhen, moosbewachsenen Stein unter mir spürte, der die Landschaft der Schären so prägt, war es um mich geschehen. Ich war so ergriffen von der Natur, dass ich zu weinen begann. Meine Sehnsucht in mir, einen Garten zu haben, überwältigte mich. Als ich mich beruhigt hatte, ging ich ins Haus zurück und erzählte meiner Schwester von meinem Erlebnis. Ihr Kommentar war eindeutig: "Du brauchst einen Garten!" Punkt. Ein halbes Jahr später schaute ich mir die ersten Parzellen an und ich gehe mit meinem kleinen Gartenparadies nun schon ins fünfte Jahr.

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Di

06

Apr

2010

Visionenbuch: Kapitel Eins,1 - Auszeiten

Zeichnung Tanzende Frau

Sie haben einen angefüllten Arbeitstag, voller Termine, Pflichten und Erledigungen. Sie kochen für Ihre Kinder, haben ein Auge auf ihre Hausaufgaben, kaufen für den nächsten Geburtstag ein. Sie streichen Ihre Gartenhütte, fahren in den Baumarkt, inserieren alte Gehwegplatten im Internet -sind das die Zeiten, in denen Sie Ihre Lebensvision "schauen"? Ich denke, nein. Wie ich eingangs sagte, gehört zu der Visionenarbeit eine intensive Innenschau, durch die Sie Verbindung mit Ihrem wahren Wesen finden und Ihre in Ihnen verborgenen Wünsche, Pläne und Sehnsüchte ausfindig machen.

 

Wann gelingt solch' eine intensive Innenschau, solch' eine konkrete Bestandsaufnahme des Lebens? Meistens bedarf es einer Auszeit dafür. Einem Heraustreten aus dem Alltag, durch das Sie eine neue Perspektive auf Ihr Leben erlangen und Zugang zu Ihrer inneren Weisheit finden.

 

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Fr

02

Apr

2010

Osterpause

Osterglocke

Ich mache eine Osterpause und wünsche Ihnen ganz sonnige, wunderbare Tage!

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Mo

29

Mär

2010

Visionenbuch: Einführung 5 - Einladung an alle

Zeichnung tanzende Frau

Ich habe in der Einführung meines Buches beschrieben, dass ich Visionenarbeit auf alle Lebensbereiche und auf alle Altersstufen beziehe. In diesem Sinne lade ich Sie herzlich dazu ein, mein Buch zu lesen und die Prinzipien und Überraschungen der Visionenarbeit kennenzulernen, egal wie jung oder alt Sie sind und egal, in welchem Lebensbereich Sie zurzeit auf der Suche sind. Alleine Ihre Neugierde zählt und Ihr Wunsch, ein erfülltes Leben zu leben.

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So

28

Mär

2010

Visionenbuch: Einführung - Zwischenstück 2

Zeichnung tanzende Frau

Shanti Prestel und sein Team der CreaVista Academy bieten u.a. Visionssuchen für Jugendliche an. Die Fotos (nach unten scrollen) auf seiner Webseite von Jugendlichen vor und nach den Tagen und Nächten in der Wildnis zeigen in eindrucksvoller Weise, wie sich hier biographische Übergänge vollziehen.

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Mi

24

Mär

2010

Visionenbuch: Einführung 4; Visionssuche für jedes Alter

Zeichnung tanzende Frau

Ich komme gerade von meinem Visionen-Vortrag "Trauer hat Power - Trauer als Beginn der Visionenarbeit" zurück. Spannenderweise war ein zentrales Thema der Diskussionsrunde, die sich meinen Schilderungen anschloss, Alter und Visionenarbeit, und genau darüber wollte ich an dieser Stelle schreiben.

 

So wie die Visionenarbeit alle Lebensbereiche einschließt, so ist sie in jeder Altersstufe anwendbar. Oder anders formuliert: In jedem Altersabschnitt gibt es Lebenssituationen, in denen wir dazu aufgefordert sind, neue Visionen zu finden. Meistens handelt es sich um Übergänge, in denen wir alte Lebensumstände loslassen und in neue Umstände oder Phasen eintreten. Klassische Übergänge verlaufen von der Kindheit zur Jugend, von der Jugend zum Erwachsenensein, von dem Frau- und dem Mannsein hin zum Mutter- und zum Vatersein; Wechseljahre, das Großwerden der eigenen Kinder und der Abschied aus dem Berufsleben gehören ebenso dazu. Letztendlich kann auch der Übergang vom Leben in den Tod zur Visionenarbeit herausfordern, um mein Ich in dieser Welt loszulassen und mich auf das Ende oder das Kommende vorzubereiten.

 

Hinzu kommen noch all die Übergänge, die altersunabhängig sind und die uns immer wieder im Leben ereilen können - Verliebtsein, ein Paar-Werden, Sich-Trennen, Neu-Suchen... Arbeit finden, Arbeit verlieren, neue Berufsbereiche erobern... ob mit Zwanzig, Achtundvierzig oder Zweiundsiebzig. Immer und immer wieder fordert uns das Leben dazu heraus, vertraute Gefilde zu verlassen, unseren Lebenskompass neu auszurichten und unbekannte Ziele anzusteuern. Immer wieder geht es auch darum, sich seiner Verluste zu bekennen, sie zu betrauern und mit neuem Mut voranzugehen.

 

Einerseits wünsche ich jedem Menschen, dass sein Leben ein langer, ruhiger Fluss ist, ohne tragische Verluste und Veränderungen, die ihn durchrütteln und durchschütteln. Da aber die wenigsten Menschen so eine Lebensform erleben, kann es nicht früh genug sein, dass sie Übergänge bewusst erfahren und Werkzeug an die Hand bekommen, Übergänge so zu gestalten, dass sie frei für das Neue werden. Denn jede bewusste Übergangssituation lehrt mich Wichtiges, was ich bei der nächsten Übergangssituation nutzen kann. Ich las neulich in einem Lebensbericht eines Indianers, dass er an die dreißig Visionssuchen  gemacht hatte. Auf was für einen Erfahrungsschatz konnte dieser Mensch zurückschauen!

 

 

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Mo

22

Mär

2010

Visionenbuch: Einführung 3

Zeichnung tanzende Frau

Visionen können sich in allen Lebensbereichen formen und verwirklichen. Ob es die Vision ist, sich beruflich zu verändern, eine passende Partnerin oder einen passenden Partner zu finden, aufs Land zu ziehen oder Foxtrott zu lernen - sie sind unterschiedlicher Natur, entspringen aber eigentlich immer einer gemeinsamen Quelle: Der Sehnsucht, ein erfülltes Leben zu leben und seinem authentischen Wesenskern Ausdruck zu geben.

 

Ich bin darüber hinaus der Ansicht, dass sich unser Leben wirklich erfüllt, wenn wir all unseren Lebensbereichen Aufmerksamkeit schenken. Natürlich gibt es Lebensphasen, in denen bestimmte Bereiche eine besondere Wichtigkeit einnehmen und andere deshalb in den Hintergrund treten. Die Zeit, in der man Diplomarbeit schreibt, ein Kind bekommt, eine große Reise vorbereitet. Aber auf ganze Sicht sehe ich den Wert in der Lebensbalance. Die Bedeutung, die die Lebensbereiche für uns haben, können wir eh nur selber ermessen. Wehe dem, der in einer Gesellschaft, in der das Arbeiten an erster Stelle steht, gesteht, dass ihm sein Garten ebenso viel bedeutet wie die Sinnerfüllung in seinem Job ;-)Aber eigentlich tut er das Klügste, was er tun kann, um sich zu wappnen - falls er seine Arbeit verliert, bleibt ihm immerhin sein Garten, eine Oase, in der er Zeit verbringen und Lebenssinn finden kann.

 

Auch aus einem anderen Grund macht Visionenarbeit, die alle Lebensbereiche berücksichtigt, Sinn. Die Prinzipien, die der Visionenarbeit zugrunde liegen, sind auf alle Lebensbereiche übertragbar. Ob ich einen Partner suche oder einen neuen Arbeitsplatz, ein kreatives Projekt verwirklichen möchte oder mich gesund erhalte, der Weg, herauszufinden, was zu mir passt, und die Werkzeuge, die ich brauche, um meine Visionen in mein Leben zu bringen, sind immer die Gleichen. So kann ich an allen Visionen lernen und sie als Lehrmeister nutzen. Der Garten, den ich bestelle, weiht mich auf geheimnisvolle Weise darin ein, wie ich auch ein kreatives Werk erstellen kann. Die Disziplin, die es braucht, um ein Haus zu bauen, kann ich, einmal erlernt, auch dafür nutzen, ein gesundes Körpergewicht zu erlangen. Nichts ist profan in der Visionenarbeit, sondern mit allem verbunden.

 

Ein Beispiel? Ich habe auch einen Garten, einen Schrebergarten, den ich seit einigen Jahren pflege und hege. Da ich ein Stadtkind bin und nie eigen Grund und Boden hatte, dauerte es eine Weile, bis ich Ideen für die Bepflanzung entwickelte. Es gab nun eine Rasenfläche, die ich in ein Beet umwandeln wollte. Monatelang dachte ich immer wieder darüber nach, wie ich das Beet bestellen wollte. Ich entwickelte sehr konkrete Vorstellungen. Eines Tages war es dann soweit, ich wollte meine Vorstellungen endlich in die Tat umsetzen. Ich wappnete mich mit einem Spaten, stieß ihn in den Boden... und blieb stecken. Ein Fliederbusch stand nahe der Einstichstelle und ich hatte nicht gewusst, dass Flieder unglaublich starke Wurzeln hat. Ich stellte fest, dass die Fläche um den Flieder herum praktisch nicht umzugraben war, denn überall machten sich seine steinharten Wurzeln breit. Wie oft habe ich, ging es um irgendein anderes Vorhaben in meinem Leben, seitdem an diesen Moment zurückgedacht, als die Praxis so ganz anders war, als ich es mir in meiner naiven Phantasie ausgemalt hatte. Mein Garten hat mich gelehrt, dass man nicht zu lange in der theoretischen Planung verharren sollte, da man sich oft gar nicht ausmalen kann, was das Leben für einen bereit hält.

 

 

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Fr

19

Mär

2010

Visionenbuch: Einführung - Zwischenstück

Zeichnung tanzende Frau

Ein Beispiel...

 

Himmel:

 

Ich zeige der Welt meine Kunst und stelle sie aus.

 

Erde:

 

Ich mache Skizzen - ich kaufe Leinwände, Farben und Pinsel - ich male ein Bild - ich male ein zweites Bild - ich male ein drittes Bild - ich male ein viertes Bild - ich male ein fünftes Bild - ich male ein sechstes Bild - ich male ein siebtes Bild - ich male ein achtes Bild - ich male ein neuntes Bild - ich male ein zehntes Bild - ich male ein elftes Bild - ich male ein zwölftes Bild - ich male ein dreizehntes Bild - ich male ein vierzehntes Bild - ich treffe befreundete KünstlerInnen - wir machen eine Liste mit möglichen Ausstellungsorten - wir machen eine Liste mit unseren Ausgaben - wir machen eine Liste mit möglichen SponsorInnen - ich rufe bei den Ausstellungsorten an - wir planen eine Mappe - wir schreiben einen Text - ich mache Fotos von meinen Bildern -wir beauftragen einen Grafikdesigner, die Mappe zu gestalten - wir kopieren die Mappe - wir formulieren ein Anschreiben - wir verschicken die Mappen mit Anschreiben - wir planen die Termine - wir fragen einen Redner und eine Flötistin für die Vernissage an - wir bekommen Absagen für die Geldspenden - wir bekommen Zusagen von SponsorInnen - wir schicken den SponsorInnen eine Extraeinladung - wir kaufen Material für die Hängung - ich kaufe Plastikfolie zum Einpacken - wir planen den Flyer - wir kontakten eine Druckerei - wir kaufen Umschläge - wir informieren uns bei der Post nach dem Porto - wir tüten die Flyer ein - wir bringen sie zur Post - ich gehe zum Frisör - ich denke mir Titel aus - wir hängen die Bilder und stellen die Skulpturen hin - wir gestalten einen Tisch mit dem Gästebuch und unserer Mappe - wir reservieren Tische in einer Pizzeria zum Feiern - wir fahren zum Ausstellungsort - wir machen die Vernissage - ich zeige der Welt meine Kunst und stelle sie aus.

 

(Und ich bin mir sicher, dass ich hier nur die Hälfte der Schritte, die wir für diese Ausstellung machten, aufgezählt habe ;-)

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Do

18

Mär

2010

Visionenbuch: Einführung 2

Zeichnung tanzende Frau

Eine Vision ist nichts Abstraktes, was es im Außen zu finden gilt. Deshalb nenne ich die Visionenarbeit auch "kreative Detektivarbeit" oder "innere Schatzsuche". Es geht darum, den Blick nach Innen zu kehren und dort nach unseren Wünschen und Sehnsüchten zu suchen. Öfter als wir denken sind sie schon längst da, verborgen oder gar verschüttet und mehr als bereit, von uns wiederentdeckt zu werden.

 

Unsere Visionen sind eng mit unserem inneren Wesenskern verbunden. Wie heißt es so schön? "Werde, wer Du bist!" Wenn wir unser Wesen erkennen und anerkennen, dann haben wir die Chance - und die Aufgabe -, unser Leben authentisch zu gestalten. Entweder beeinflussen wir dann die uns umgebenden Lebensumstände so, dass sie unserem Wesen entsprechen und es zum Blühen bringen, oder wir suchen uns das Lebensumfeld, das Gleiches bewirkt. "Wer bin ich?", ist somit die Frage, die am Anfang der Visionenarbeit steht, um dann Antwort darauf zu finden, wie ich werde, der ich bin.

 

Visionenarbeit

 

Ich spreche immer von "Visionenarbeit", und nicht von "Visionensuche", wie es gebräuchlich ist. Damit möchte ich betonen, dass zu der Arbeit mit Visionen immer der Teil gehört, in dem wir versuchen, unsere Visionen zu verwirklichen. Schon die alten Kulturen wussten, dass es elementar war, die Vision, die jemand in der Wildnis und Einsamkeit fand, in die Gemeinschaft zurückzutragen und zu leben. Blieb es alleine bei der Visionensuche, bewerteten sie eine Vision als spirituell wertlos. Dieses Wissen ist für mich essentiell, vielleicht, weil ich persönlich lange Zeit brauchte, diesen Teil in meine Visionenarbeit zu integrieren.

Es fiel mir schon immer sehr leicht, Visionen, also innere Bilder meiner gewünschten Zukunft, zu finden. Ich habe viel Phantasie und einen guten Zugang zu meiner inneren Stimme. Aber wie ich diese Visionen leben konnte, war mir lange Zeit rätselhaft. Es war für mich eine Erlösung, durch Lektüre und Anleitung Werkzeug zu entdecken, mit dem ich Visionen umsetzen konnte. Gleichzeitig war damit eine harte Lektion verbunden: Ich musste erfahren, dass Visionenarbeit oft tatsächlich harte Arbeit ist. Für einen Luftmenschen wie mich, die sich in den Wolken zu Hause fühlte, nicht einfach zu akzeptieren.

 

Hier muss ich allerdings anmerken: Es gibt Menschen, die Visionenarbeit ganz anders betrachten als ich. Sie sind der Ansicht - und haben damit auch Erfahrungen gemacht -, dass sich ihre Visionen, sind sie klar genug mit ihnen, von alleine manifestieren. Sie geben ihre Wünsche ans Universum und ernten, indem sie bewusst damit sind. Ich erkenne zwar an, dass das Leben gehörig an der Visionenarbeit beteiligt ist und es durchaus Visionen gibt, die sich als Geschenk offenbaren... aber der Schlüssel, der mir häufiger die Tür öffnet, ist die eigene Handlung.Und seltsamerweise bedauere ich dies nicht, sondern finde es erleichternd - ich muss nicht darauf warten, dass "es" passiert, sondern ich darf tagtäglich meinen Teil dazu beitragen, dass sich mein Leben erfüllt. Für mich ist diese Aktivität ein Segen und ich finde es mittlerweile sehr befriedigend, die Kunst der kleinen Schritte zu praktizieren. Das Spüren der Steine unter meinen Füßen, das Überwinden von Gräben, das Erreichen von Meilensteinen gehört für mich zu der Visionenarbeit ebenso hinzu wie der Höhenflug, das entgrenzte Phantasieren, das Schwelgen in Möglichkeiten. Himmel und Erde, Inneres und Äußeres, Wunder und Realität, beides gehört jeweils zusammen und macht die Visionenarbeit komplett.

 

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Di

16

Mär

2010

Visionenbuch: Einführung

Zeichnung tanzende Frau Annabell Karbe

Zu Beginn meines Buches möchte ich die Visionenarbeit definieren. Ich habe festgestellt, dass allein das Wort "Vision" sich nicht von selber erklärt, so selten wird es in unserer heutigen Zeit gebraucht und wenn, in ganz unterschiedlichem Zusammenhang. Geht auch Ihnen als erstes das Zitat von Willy Brandt durch den Kopf: "Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen?"? Dann sind Sie damit nicht allein. Desöfteren wurde mir, erzählte ich von "Raum für Visionen", mit diesen Worten begegnet - doch bezieht sich dieses Zitat auf den politischen Kontext, von dem das, was ich unter einer Vision verstehe, weit entfernt ist.

 

Ich definiere eine Vision als das innere Bild meiner gewünschten Zukunft. Oder der gewünschten Zukunft meiner Beziehung, meiner Familie, meiner Gemeinschaft, der Erde. Es hängt von mir ab, wieweit ich den Radius weite, und gleichzeitig hängt meine Vision immer mit dem Größeren, dem Gesamten zusammen.

...

 

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Mi

10

Mär

2010

Visionenbuch: Vorwort

Zeichnung Tanzende Frau Annabell Karbe

Ich möchte mit Ihnen hier an diesem Ort meine Erkenntnisse über die Visionenarbeit teilen. Seit zehn Jahren begleitet sie mich und ich habe über die Zeit viele einprägsame Erfahrungen sammeln dürfen. Da für mich das Leben der größte Lehrmeister ist, habe ich es mir zueigen gemacht, diese Erfahrungen - und die anderer, die mir mitgeteilt wurden - zu reflektieren und das Sinnhafte und Vergleichbare darin zu suchen. Dabei habe ich zwei elementare Entdeckungen gemacht, die mich faszinieren und die ich gerne weitergeben möchte.

 

Die erste Entdeckung ist, dass der Visionenarbeit Prinzipien zugrunde liegen,die auf alle Lebensbereiche und auf alle Übergangssituationen übertragbar sind. Das bedeutet, dass Sie, wenn Sie diese Prinzipien kennenlernen, eine Art Landkarte in die Hand bekommen, anhand derer Sie sich auf Ihrer Visionenreise orientieren können. Sie erfahren Begrifflichkeiten, die es Ihnen leichter machen, Ihre Erfahrungen einzuordnen. Es offenbaren sich Ihnen Regelmäßigkeiten, die Ihnen eine innere und äußere Struktur geben, um Ihre Visionen furchtloser zu entwickeln und sich der Visionenarbeit hinzugeben.

 

Die zweite Entdeckung ist - und das klingt erstmal nach dem Gegenteil von Entdeckung Nummer Eins -, dass die Visionenarbeit voller Überraschungen steckt, und ihr Ausgang jedes Mal ungewiss ist. Das beinhaltet die Ungeheuerlichkeit, dass das Ziel der Visionenarbeit nicht ist, JEDE Vision verwirklicht zu haben. Der Erfolg der Visionenarbeit zeigt sich demnach auch nicht darin begründet. Das Ziel ist nach meiner Erfahrung vielmehr, jeder Vision die CHANCE zu geben, verwirklicht zu werden. Scheitern, das Verwirklichen in anderer Form, das Abwarten, spätere Aufgreifen oder sogar das Fallenlassen von Visionen, die der Überprüfung in der Realität nicht standhalten, gehören somit zum Erfolg hinzu.

 

Prinzipien einerseits und Überraschungen andererseits - was kann es für eine schönere, herausfordernde Mischung geben?

 

Ich möchte mich auf jeden Fall beiden Entdeckungen widmen und hoffe sehr, dass ich Ihnen damit Lust auf die Visionenarbeit mache und Sie dazu ermutige, sich auf diesen Tanz der Visionen einzulassen. Wie gesagt - Visionenarbeit ist das Leben selber. Und somit zeige ich Ihnen nicht auf, wie Sie von A nach B gelangen, sondern wie Sie es schaffen, ein B zu definieren, um vielleicht bei C oder D oder auch tatsächlich bei B anzukommen, ohne das Ziel aus den Augen und den Mut zu verlieren.

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Mi

10

Mär

2010

Visionenbuch: Hallelujah!

Zeichnung Tanzende Frau Annabell Karbe

Ich liebe die Visionenarbeit. Sie ist lebendig, weil sie das Leben selber ist. Oder der Versuch, das Leben so erfüllt wie möglich zu leben. Ich schöpfe mein Potential aus und lerne, die Person zu werden, die ich bin. Meine Visionen geben meinem Leben eine Richtung und meinem Tun Sinn. Denn ich erhalte die Möglichkeit, mein tägliches Handeln mit etwas Größerem zu verbinden. Also, gleich zu Beginn, ein Hallelujah auf die Visionenarbeit!

 

Hallelujah!

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Di

02

Mär

2010

Kindheit als Vision

Neulich dachte ich darüber nach, dass meine Kindheit auch eine Art Vision sein kann - die naive Glückseligkeit, die ich in manchen Momenten erlebte und die ich mir auch für mein Erwachsenenleben wünschen kann. Ich erinnerte mich beispielweise an die bunten Flaschenscherben, die wir im Schrebergartengebiet auflasen und dann auf ein Mäuerchen legten. Wir spielten Juwelier, und die Scherben leuchteten im Licht. Ich erinnere mich, wie wir restlos in diesem Spiel aufgingen.

Und nun bekam ich heute Post von meiner Schwester, die mich in diesem Gedanken bestärkte. Sie hatte mir bereits am Telefon erzählt, dass sie Kinderfotos von mir gefunden habe, auf denen ich mit Hunden abgebildet sei und ich sehr glücklich aussähe. Sie schickte mir eins dieser Bilder - ich knie neben einem schwarzgelockten Hund, umhalse ihn und lache souverän und verschmitzt zugleich in die Kamera. Ich weiß noch wie heute, wie sich der Strick, den ich auf dem Foto in der Hand halte und der als schlichte Hundeleine diente, anfühlte. Ich weiß auch noch, dass der Hund Nicki hieß.

Ich wünsche mir noch heute einen Hund. Warum, das sagt mir dieses Foto zur Genüge.

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Mo

22

Feb

2010

Visualisieren

Lichterketten in der Nacht Annabell Karbe

Ich verrate heute, was wir morgen im Visionen-Power-Treff tun. Wir werden Visionen-Collagen kleben. Ich bringe einen Stapel Zeitschriften mit, Pappe, Schere und Kleber, und los geht's. Jede und jeder kann die Bilder ausschneiden, die zu ihren/seinen Visionen passen. Es klingt einfach, ist aber sehr wirkungsvoll. Nicht zuletzt hängt das "Visualisieren" mit den "Visionen" eng zusammen.Wir bringen das, was oft als diffuses Bild in uns schwebt, nach außen und geben ihm ein konkretes Antlitz. Wenn wir es anschauen, tritt das Außen mit dem Innen in Resonanz und umgekehrt, und nach und nach "verinnerlichen" wir es auf neue, selbstverständliche Art. Die Collage kann uns auch zeigen, wer wir sind. Welche Farben nutzen wir, welche Bilder sprechen uns an? Ich warne vor: Es kann zu Überraschungen kommen ;-)

 

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Mi

10

Feb

2010

Schlecht sein um gut zu werden

Porzellanfigur Tänzerin Annabell Karbe

Ich war diese Woche tanzen. Standard- und Latein. Es ist ein Hobby von mir, von dem ich die Vision habe, eines Tages sehr gut darin zu sein. Ich möchte alle Schritte mit Leichtigkeit tanzen können und mich wie eine Feder führen lassen. Nach einer mehrmonatigen Tanzpause steige ich wieder in den Unterricht ein. Montag nun ging ich mit meinem Tanzpartner zum Freien Tanzen. Ich tanzte grottenschlecht. Ich hakte bei fast jedem Schritt, blieb auf der Tanzfläche stehen, ließ mich wie ein Stück Holz durch die Gegend hieven. Es war mir peinlich. Ha!, schoss es mir durch den Kopf, ein klassischer Punkt, nun aufzuhören. Es ist nicht angenehm, in etwas schlecht zu sein. Es ist noch unangenehmer, wenn andere einem dabei zuschauen. Aber - so kam der nächste Gedanke -, manchmal muss man in etwas schlecht sein, um gut darin zu werden. Ich bin Lernende. Ich darf so viele Schritte vertanzen, wie ich vertanze, denn jeder Schritt bringt mich weiter. Solange mir die Tanzpartner nicht weglaufen, werde ich dranbleiben. Denn ich habe da so eine Vision.

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Di

02

Feb

2010

Alltag der Visionen

Mann mit Regenschirm Annabell Karbe

Es ist kalt, irre kalt. Der Schnee matscht auf den Gehwegen, die Straßen sind spiegelglatt. Ich bin müde. Ich stehe im Copyladen und mache Kopien für den heutigen Visionen-Power-Treff. So fühlt es sich an, wenn Visionen Realität werden, geht es mir durch den Kopf. Lange habe ich dafür gearbeitet, meine Visionenarbeit anbieten zu können. Nun gibt es sie, die Visionen-Power-Treffs. Und gerade fühlt sich alles recht profan an. Der Schneematsch, der Dienstag, die Müdigkeit.

Ich gehe ins SteinReich, mache das Licht im Seminarraum an, bereite den Raum vor. Es kommen Frauen, der Visionen-Power-Treff startet. Ich begrüße, leite die kreativen Aufgaben ein, schreibe selber. Ich merke, wie bei den Teilnehmerinnen etwas in Gang kommt. Sehe wache Augen, lausche den Erkenntnissen. Nach anderthalb Stunden packe ich meine Sachen ein, bin wach und inspiriert, dankbar, dankbar. So fühlt es sich an, wenn Visionen Realität werden!

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Mo

25

Jan

2010

Die Vision von der perfekten Mahlzeit

zwei rote Äpfel Annabell Karbe

Die größten Visionen müssen nicht die teuersten sein - davon bin ich schon lange überzeugt. Bestätigt hat mich neulich das Buch von Anthony Bourdain: "A Cook's Tour". Darin beschreibt ein Koch seine Suche nach dem perfekten Mahl. Er bereist verschiedene Länder und Kontinente, um kulinarischen Genüssen zu frönen und davon zu schreiben. Schon vor seinem Aufbruch weiß er bereits: "Of course, I knew already that the best meal in the world, the perfect meal, is very rarely the most sophisticated or expensive one. I knew how important factors other than technique or rare ingredients can be in the real business of making magic happen at a dinner table."

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Fr

15

Jan

2010

Séraphine: Das Malen als Vision

Pinsel

Wieder ein Filmtipp für alle, die sich gerne von VisionärInnen inspirieren lassen: der Film "Séraphine" von Martin Provost, der zurzeit in den Kinos läuft. Er handelt von Séraphine de Senlis, die als Malerin naiver Kunst der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Frankreich bekannt wurde. Ich will gar nicht viel darüber erzählen, denn diesen Film muss man tatsächlich g e s e h e n haben...

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Fr

08

Jan

2010

Klarheit zum Jahresbeginn

Das neue Jahr hat begonnen! Eine gute Zeit, Klarschiff zu machen,

aufzuräumen und auszumisten. Denn Visionenarbeit hat ja nicht nur damit zu tun, etwas Neues zu beginnen, sondern auch damit, Altes loszulassen. Ich habe beispielsweise ein Abonnement gekündigt, von dem ich nicht mehr profitiere. Noch im alten Jahr hat es so alltäglich zu mir gehört, dass ich mich - aus Gewohnheit - nicht von ihm lösen wollte. Nun, mit dem erfrischenden Gefühl einer kleinen Reise, die mich meines Alltags enthoben hat, und einem klaren Blick auf 2010 war es ein Leichtes, die Kündigung zu schreiben. Ich musste gar nicht darüber nachdenken, und jetzt fühlt es sich auch nur gut an.

 

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Mo

21

Dez

2009

Eine gute Zeit zwischen den Jahren!

Kronleuchter Annabell Karbe

Sie sind fast da, die geheimnisvollen Tage zwischen den Jahren. Schon klingen sie an, bei all den Weihnachtsvorbereitungen wispern sie: Werde still, schaue nach innen und erforsche, was Du vom kommenden Jahr erwartest. Sie sind unterwegs, die Stimmen, die Ahnungen und Sehnsüchte... eine gute Zeit, ihnen zu lauschen und sie festzuhalten. Ich habe meine Visionen für das nächste Jahr bereits notiert, überraschende Eingebungen dabei gehabt, bereits Bestehendes fortgeschrieben. Nun schlummert in mir eine leise Vorfreude.

 

Ich wünsche Ihnen und Euch eine frohe Weihnacht und wunderbare Visionen für 2010!

 

Mein Büro ist einschließlich bis zum 3. Januar geschlossen. Anmeldungen oder Anfragen für die Visionenzeit können Sie gerne bis dahin per E-Mail schicken, ich melde mich dann ab dem 4. Januar bei Ihnen zurück.

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Fr

18

Dez

2009

Dankbarkeit - Teil der Visionenarbeit

rote Beeren am Strauch Annabell Karbe

Die Zeit zwischen den Jahren - es ist unbestreitbar eine elementare Zeit für die Visionenarbeit. Ich merke auf jeden Fall, wie es in mir arbeitet, wie sich neue Visionen in mir formen und ich mich darauf freue, ihnen im Neuen Jahr Gestalt zu geben. Doch genauso gehört es für mich dazu, zurückzublicken auf das gewesene Jahr. Gerne mache ich dieses in Form eines Rundbriefes, den ich an meine Familie und FreundInnen verschicke. Ich habe ihn bereits geschrieben und beim Schreiben landete ich bei meiner Dankbarkeit. Dankbarkeit für die Begegnungen und den Austausch mit den Menschen, die mir etwas bedeuten.

Hier kann ich meine Dankbarkeit fortsetzen, denn ich bin sehr froh, dass ich in diesem Jahr mit "Raum für Visionen" eine so lang in mir gehegte Vision verwirklicht habe. Oder besser gesagt: Ihr einen Anfang gesetzt habe. Denn noch bin ich ja dabei, mich überhaupt bekannt zu machen. Noch pflanze ich lauter kleine Samen. Aber schon dabei habe ich so bereichernde Begegnungen mit Menschen, die sich auf Visionensuche begeben möchten, gehabt, dass ich erfüllt bin davon. Und ich habe an dem Interesse derjenigen, die den Weg zu einem meiner Einführungsabenden gefunden haben oder mir zufällig begegnet sind, gemerkt, dass Visionenarbeit nachgefragt wird.

Dankbarkeit ist ein wirklich guter Ausgangspunkt für Visionenarbeit.

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Mi

09

Dez

2009

Wunscherfüllung für Selbstabholer - ein Buch von Eva Wlodarek

Der Tenor des neuen Buches von Eva Wlodarek, die als langjährige Psychologin der Frauenzeitschrift BRIGITTE bekannt ist, sprach mich an. Sie möchte die Euphorie derjenigen, die meinen, mit Wünschen alles erreichen zu können, dämpfen, und dem ein realistisches Bild der Visionenarbeit entgegensetzen. Zumindest kündigt es so der Klappentext und die Einleitung, in der die Autorin das Universum einen Brief an die LeserInnen hat formulieren lassen, an.

Doch insgesamt kommt mir dieser Ansatz im Buch zu kurz. Eigentlich taucht er erst im letzten Kapitel auf und hier eingeleitet mit einer fragwürdigen Entschuldigung - der Untertitel des Buches sei aus Platzgründen etwas kurz geraten. Statt "Wie Ihre Wünsche Wirklichkeit werden" müsste er, so die Autorin, heißen: "Wie ein großer Teil Ihrer Wünsche Wirklichkeit wird und wie Sie für die übrigen die größtmögliche Chance erhalten, dass sie sich erfüllen". Ich frage mich, ob nicht eher die Kenntnis darüber, wie sich Visionenbücher am besten verkaufen, hier der Grund war?

Zumindest wird dies auch zu der Überschrift auf der Rückseite geführt haben, die lautet: "Das erste Wunschbuch, das wirklich funktioniert". Aua. Wieder das Versprechen DER Antwort auf eine Suche, die uns Menschen seit jeher und in tausend Facetten umhertreibt. Mir scheint dies vermessen.

 

Inhaltlich habe ich einige Perlen finden können. So fand ich die folgende Schilderung sehr inspirierend:Eva Wlodarek berichtet von einem internationalen Psychologenkongress, den sie in Hamburg besuchte. Ein Referent, Dr. William Glasser, führte mit den Anwesenden folgendes Experiment durch: Sie sollten erst spontan wütend werden, sich dann bei geschlossenen Augen durchgängig einen rosa Elefanten denken und als drittes die rechte Hand flach auf den Scheitel legen. Die beiden erste Teile gelangen den Gästen sehr unbefriedigend, ihre Hände hingegen hatten alle den Platz auf dem Scheitel gefunden. Dr. Glasser zog das Fazit, dass wir Menschen nicht einfach so unsere Gefühle ändern können oder unsere Gedanken disziplinieren können - handeln können wir jedoch immer. So folgerte er, dass wir, wollen wir etwas in unserem Leben ändern, am besten mit dem Handeln beginnen - Gedanken und Gefühle würden sich dadurch meistens ebenfalls ändern.

 

ISBN 978-3-593-38936-3

www.campus.de

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Di

01

Dez

2009

Inspiration von den Heilungsliedern der Lakota-Indianern

Baumreihe Annabell Karbe

Ich habe etwas Interessantes über die traditionelle Visionensuche gelernt. Der Schamane Andreas Wesemann erzählte es letzten Freitag bei einer Veranstaltung. Er stellte mit FreundInnen Lieder der Lakota vor, die sie gemeinsam gelernt haben, um sie bei Schwitzhüttenritualen singen zu können. Ein Lied handelte von den vier Himmelsrichtungen, dem Himmel und der Erde. Andreas Wesemann erzählte, dass es in der Prärie, in der früher bei den IndianerInnen die Visionensuche stattfand, keinerlei räumliche Orientierung gab. Es gab nur die unendlich erscheinende Grassteppe. Nicht Wenige haben, hielten sie sich dort auf, den Präriekoller bekommen. So sei es ganz natürlich, dass Menschen, die dort ihre Visionensuche vollzogen, nach einer Orientierung strebten und die Himmelsrichtungen dazu auserkoren. Und sie wandten sich als erstes immer an den Westen, in dem die Sonne untergeht und der für das Loslassen steht. Sie baten ihn, dass sie die Kraft haben mögen, von Altem loszulassen, um frei zu werden für das, was sich zu wachsen anschickte. Erst loslassen, um Visionen entstehen zu lassen.

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Do

26

Nov

2009

Der leise Film von Ulla Haschen und Karl-Heinz Heilig

Eine wunderbare Inspiration für Visionen sind die Filme von Ulla Haschen und Karl-Heinz Heilig. Hier im Norden sind die "leisen" Filme der Beiden mittlerweile recht bekannt, eine Fangemeinde wartet mit Neugierde auf den nächsten Film. Alles ist besonders an ihrem Unternehmen - die Inhalte ihrer Filme, die Menschen mit ihren Visionen und Lebenswegen ins Zentrum stellen, die Machart ihrer Filme, die mit leisen Tönen und gemächlichem Erzählen zum entschleunigten Zuschauen herausfordert, die Finanzierung ihrer Filme, bei der Privatpersonen einen Großteil des Budgets beisteuern und die Präsentation der Filme - Ulla Haschen und Karl-Heinz Heilig touren mit ihnen durch Norddeutschland und machen den Filmabend zu einem sehr persönlichen Erlebnis.

 

Diese Woche habe ich den neuesten Film, "Ein Leben in Kladde", gesehen. Er lässt den Oldenburger Ingenieur Marius Eriksen sein Leben erzählen und entfaltet dabei sein Lebenswerk. Wieder habe ich gestaunt, wie lehrreich eine Einzelbiografie sein kann, wie kräftigend, von den Visionen und den Versuchen eines anderen zu hören. Im Raum schwang eine andächtige, fast heilige Atmosphäre mit, eine Verbeugung vor einem Mann, der sich feinsinnig und bemüht mit etwas Größerem verbindet.

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Mo

16

Nov

2009

Wer hat die Vision?

Glasblume Annabell Karbe

Ich habe letzte Woche an einer kleinen Messe teilgenommen, auf der ich meine Visionenarbeit vorstellen konnte. Um mich herum hatten andere Anbieterinnen und Anbieter ihre Stände aufgestellt und boten kurze Beratungen an. Über den Tag konnte ich die Besucherinnen und Besucher beobachten, wie sie von Stand zu Stand gingen und sich beraten ließen, und ich selber nutzte die Pausen, die Kolleginnen und Kollegen kennenzulernen. Dabei wurde mir bewusst, dass es bei denen, die die Beratungen in Anspruch nahmen, eigentlich immer um den Wunsch geht, Hilfe für den eigenen Weg und für anstehende Entscheidungen zu finden. Auch bei der Visionenarbeit geht es ja um die Frage, nach welchen Zielen ich meinen Lebensweg ausrichten möchte. Was für ein sensibles Feld! Wie schnell kann immer wieder die Sehnsucht in uns entstehen, jemand anderes möge uns die Antwort auf unsere Fragen geben. Oder sie oder er möge uns zumindestens bestätigen, ob das, was wir uns einbilden zu sehen oder zu wissen, auch wirklich die richtige Vision, der richtige Weg, die richtige Entscheidung sei. Entweder eindeutig verbal, oder durch ein Zeichen, das wir zu deuten wissen. Aber wo entstehen Visionen? Wo sind die Antworten wirklich verborgen? Ich befürchte, niemand kann uns die Arbeit abnehmen, in uns danach zu suchen. Es gibt hilfreiche Anregungen und Impulse von außen, auch Methoden, die eine Brücke zu unserem inneren Wissen bauen. Auch ich biete diese Brücken mit meiner Visionenarbeit an. Aber immer dann, wenn jemand anderes behauptet, die Antwort für uns zu wissen, wird es heikel. So gut es den Suchenden gegenüber gemeint ist.

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Mi

11

Nov

2009

Wenn der Beruf Berufung ist: Annett Freiheit

Letzte Woche habe ich Urlaub gehabt und mir eine Ayurvedische Kur gegönnt. Ich bekam vier wundervolle Massagen von meiner Freundin Annett Freiheit, die eine Massagepraxis hier in Bremen hat. Für mich ist Annett ein wundervolles Beispiel für einen Menschen, der seine Berufung gefunden hat und seine Vision aus ganzem Herzen lebt. Der Besuch bei ihr ist immer ein ganzheitliches Erlebnis. Die Räume sind von ihr in warmen Farben liebevoll gestaltet, es gibt einen Tee zur Begrüßung, der Holzofen knistert einladend. Vom vorgewärmten Handtuch bis hin zu der Choreografie ihrer Bewegungen stimmt alles. Alle paar Monate denkt sie sich besondere Angebote aus, über die sie mich mit einer schön gestalteten Karte informiert. Als ich meiner Schwester von meiner Kur erzählte und wie begeistert ich von Annetts Händchen für das Detail sei, meinte sie, es würde sie nicht wundern, wenn Annett mit Goldstaub massiere. Und was soll ich sagen? Bei ihrem Angebot "Goldener Herbst" behandelt Annett die Haut mit einem "exklusiven Wirkstoffkomplex aus Gold, Silber und feinen Pflanzenessenzen"...

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Mo

02

Nov

2009

In den Moment kommen - Visionen finden

Es gibt ein faszinierendes Spannungsverhältnis in der Visionenarbeit: Das Sein im Hier und Jetzt und das Arbeiten mit dem, was kommt. Man könnte meinen, dass es in der Visionenarbeit nur um die Zukunft und um das, was ich noch nicht habe, bin oder mache, geht. Aber je länger ich mit meinen Visionen arbeite, desto wichtiger wird es mir, immer wieder ins Hier und Jetzt zurückzukehren. Den Wert dessen anzuerkennen, was ich im Heute habe, bin oder mache. Die Visionen zu ehren, die ich erreicht habe und die mein Heute ausmachen. Immer wieder die Illusion loszulassen, dass es in der Zukunft ein Heute geben wird, das perfekter sein wird als das Heute im Jetzt. Mich auch im Heute auszuruhen, um Kraft zu sammeln für das, was ich noch erreichen möchte. Das Heute hat einen besonderen Platz in der Visionenarbeit.

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Mo

26

Okt

2009

Wie kam ich eigentlich auf die Idee der Visionenzeit?

Lampions Annabell Karbe

Vor etwa zehn Jahren habe ich das Buch "Der Weg des Künstlers" von Julia Cameron entdeckt. Es handelt sich um ein Buch, das der Entfaltung der eigenenen Kreativität dienen soll und in zwölf Kapitel aufgeteilt ist. Jedem Kapiteltext sind Aufgaben beigefügt, die man ergänzend machen kann, empfohlenermaßen über den Zeitraum von zwölf Wochen. Ich sog das Buch in mir auf, ich machte die Aufgaben und erlebte die zwölf Wochen, die ich dieser Arbeit widmete, als Durchbruch für meine eigene Kreativität. Im Laufe der Jahre bin ich immer wieder Menschen begegnet, die das Buch kannten, die mir aber gleichzeitig erzählten, dass sie mittendrin aufgehört hätten, die Aufgaben zu machen. Das Durchhaltevermögen fehlte und - so beschreibt es Julia Cameron - manchmal auch der Mut, sich den Gefühlen, die so ein Thema auslösen kann, zu stellen.

 

Mir fällt es sehr leicht, Bücher mit Aufgaben durchzuarbeiten und der Weg des Künstlers war für mich vom praktischen Aspekt her ein Kinderspiel. Weitere Arbeitsbücher folgten, dieses Mal zur Visionensuche, und in mir wuchs der Wunsch, Menschen dabei zu unterstützen, diese Prozesse zu durchleben, die leichter in Gemeinschaft und motiviert durch andere lernen.

 

Ich selber bin aufgeregt bei dem Gedanken, mir durch das Anbieten der Visionenzeit selber wieder einmal möglich zu machen, drei Monate zu einer ganz besonderen Zeit zu machen. Und an andere Menschen weiterzugeben, was für mich - und jetzt kommen große Worte - lebensverändernd war.

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Mi

21

Okt

2009

Heute ganz bescheiden

Es gibt Tage, da wird meine Vision ganz bescheiden. Heute ist so ein Tag. Ich möchte diesen Abend nur die Kraft dafür haben, diesen Blog zu füllen und Flyer und Plakat für mein Visionenseminar fertigzustellen. Buchstabe für Buchstabe. Schritt für Schritt. Dann aufhören zu denken, zu machen und einfach schlafen gehen. You know what I mean?

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Mo

12

Okt

2009

Visionen: Übersprungshandlungen

Am Wochenende wollte mein Verlobter für mich Pfannkuchen backen. Es war Thema seit Wochen zwischen uns, seine "Als ich mal leckere Pfannkuchen buk"-Geschichten beeindruckend, die Zutaten besorgt und griffbereit. Nun, als der Hunger kam und das Vorhaben ernst wurde, meinte er, er müsse erst einmal in einem Kochbuch nach einem Rezept schauen. Ach, dachte ich bei mir, ich denke, er hat schon hundert Mal in seinem Leben Pfannkuchen gebacken? Ich gab ihm das Kochbuch, er versenkte sich darin. Mein Hunger wuchs. Welche Mehlsorte ich denn gekauft hätte, fragte er. Leicht gereizt antwortete ich "Mehl eben". Er nickte und schaute wieder ins Kochbuch. Ob ich Mineralwasser da hätte. Nein, ich gereizter, das hätte ich nicht. Ob er dann ganz schnell zum Bäcker laufen könne, um Mineralwasser zu besorgen?

 

Nun, es gab Pfannkuchen ohne Mineralwasser. Ich überzeugte ihn, dass es in Ordnung sei, heute mal ohne Mineralwasser zu backen, und siehe da, die Pfannkuchen schmeckten. Und während ich sie aß, dämmerte mir langsam, woher mir so ein "Heckmeck" um die richtige Zutat und den perfekten Pfannkuchen bekannt vorkam... von meiner Visionenarbeit! Ich selber erkannte mich darin, wie ich, bevor ich einen wichtigen Schritt angehe, einem Ziel näher zu kommen, auf einmal seltsame Eigenarten an den Tag lege. Ich werde handeln, muss NUR noch EINE Sache erledigen oder vorbereiten... es kann alles sein, was ich noch brauche, bevor ich loslege... auch das profanste Mittel wie eine Flasche Mineralwasser kann da zum heiligsten Requisit werden, das ich benötige, bevor ich mich mit meiner Vision auseinandersetze.

 

Es ist schön, Muster zu erkennen und ihnen aus Erfahrung Einhalt gebieten zu können. Sonst hätten wir wohl nie einen Pfannkuchen gegessen und wären vor Hunger elendlich gestorben. Und sonst hätte so manche meiner schönsten Visionen niemals Gestalt angenommen...

 

 

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Mi

07

Okt

2009

Visionenarbeit = Fleißarbeit?

Als ich gestern an einem Flyer für mein Visionenseminar arbeitete, wurde mir wieder einmal bewusst, dass für mich die Visionenarbeit tatsächlich sehr oft aus Arbeit besteht. Auch wenn ich die Idee sehr poetisch finde, meine Visionen als Wünsche ins Universum zu schicken, so stelle ich immer wieder fest, dass sich meine Visionen eher manifestieren, wenn ich mein Bestes dafür tue, sie aktiv zu verwirklichen. Visionenarbeit als Fleißarbeit... das klingt fast ernüchternd. Aber es steckt auch Kraft in dieser Erkenntnis und Erfahrung. Es ist mir möglich, jeden Tag aufs Neue kleine Schritte zu gehen, um meine Visionen zu verwirklichen. Ich muss nicht machtlos auf das ominöse Schicksal warten, dass mir etwas zuteilt oder nicht. Ich kann handeln und dann schauen, wie das Außen auf mein Handeln reagiert.

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Sa

26

Sep

2009

Herbst: Zeit für Visionen

Herbstblätter Annabell Karbe

Es ist soweit: Der Herbst ist da! Und damit eine Jahreszeit, die in meiner Visionenarbeit eine besondere Stellung einnimmt. Die dunklen Abende, die melancholische Stimmung in der Natur, das Bewusstsein darüber, dass das Jahr sich langsam gen Ende hinbewegt, all das bringt mich in einen Zustand der Verinnerlichung. Nach Monaten finde ich mich in der Bibliothek wieder, um nach inspirierender Lektüre zu stöbern, ich zünde beim Abendessen Kerzen an und blicke in ihren Schein, ich sammle mich. Ich weiß, dass meine Seele brütet, sie beginnt auszuwerten, was ich in diesem Jahr erreicht habe, und blickt gleichzeitig schon ins kommende Jahr hinein. Ich mag die Kälte nicht, ich mag die Dunkelheit nicht, aber für meine Visionenarbeit und innere Entwicklung braucht es anscheinend den Herbst.

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Fr

18

Sep

2009

Pas de deux: Visionenarbeit in der Beziehung

Zeichnung Frauenkopf und Männerkopf Annabell Karbe

Der Versuch, gemeinsam mit dem Partner/ der Partnerin Visionen zu entwickeln und umzusetzen, scheint mir die hohe Kunst der Visionenarbeit zu sein. Das, was ich sonst mit mir alleine abmache, wird mir auf einmal von außen gespiegelt. Der innere Schweinehund, den es zu überwinden gilt, ist auf einmal zweiköpfig. Die Verzögerungen und Schlenker, die zur Visionenarbeit dazu gehören, erscheinen mir beim Gegenüber viel ausgeprägter als bei mir. Visionen und Ziele für die gemeinsame Zukunft sind nicht immer deckungsgleich oder verändern sich beim einen schneller als beim anderen. Es ist eine wirkliche Herausforderung, die zur Grenzerfahrung werden kann. Aber dennoch reizt sie mich als waschechte Visionenarbeiterin, und ich freue mich auf den Moment, in dem ich einmal ein Seminar zu dem Thema geben kann. Denn dann werde ich genügend Erfahrungen gesammelt haben, die es sich weiterzugeben lohnt. Bis dahin heißt es üben, üben, üben!

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Fr

11

Sep

2009

Visionen: Gibt es die ultimative Antwort?

Oh Gott! Ich habe vorgestern aus Versehen an meinem Infoabend gesagt, ich hätte den Schlüssel für die Visionenarbeit gefunden! Wie gut, dass eine Besucherin nachfragte, ob ich wirklich e i n e n Schlüssel gefunden habe, und wenn ja, wie dieser aussähe? Dank ihres aufmerksamen Zuhörens konnte ich mich korrigieren und wir benannten es dann gemeinsam ein "Schlüsselbund", also ein Bündel an Methoden und Erkenntnissen, das es möglich macht, Visionen zu verwirklichen.

 

Ich gebe zu, auch ich fände es toll, wenn es tatsächlich nur einen Schlüssel gäbe. Wie leicht wäre unser Leben, wenn es für alles eine ultimative Antwort gäbe? Aber so bedauerlich ich es finde - noch nie ist sie mir begegnet, so sehr ich auch suchte. Egal, welches Buch ich in die Hand nahm, egal, welchem Menschen ich begegnete, keine und keiner konnte es mir nehmen, meine eigenen Erfahrungen zu machen und mich den Facetten des Lebens zu widmen. Und sollte ich jemals an den Punkt kommen, zu behaupten, ich hätte DIE ultimative Antwort, dann hoffe ich nur, es gibt genügend aufmerksame Menschen, die mich mit vereinten Kräften von meinem Thron schupsen und mir einen Vogel zeigen.

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Mi

02

Sep

2009

Die Vision der Coco Chanel

Diese eine Szene im neuen Kinofilm über Coco Chanel...Wie sie sich ein schwarzes Kleid schneidert, um mit ihrer großen Liebe tanzen zu gehen. Dann auf der Tanzfläche - sie im schwarzen Kleid, umgeben von lauter tanzenden Frauen in weißen Rüschen. Was für einen Mut, was für eine Beharrlichkeit hat diese Frau an den Tag gelegt, mit jeglichen Moderegeln ihrer Zeit zu brechen, um etwas gänzlich Neues, nie Dagewesenes zu erfinden, aus sich heraus zu finden.

 

Unsere Visionen zu verwirklichen bedeutet manchmal, die einzige im schwarzen Kleid zu sein und gegen den Strom zu "tanzen"...

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Di

25

Aug

2009

Visionensuche im Urlaub

Seerosen Annabell Karbe

Urlaubszeit - Visionenzeit. Gerade wieder habe ich es erlebt. Ein paar Tage war ich verreist. Fern des Alltags konnte ich die Seele baumeln lassen und über meine Visionen nachsinnen. Was habe ich in den letzten Monaten aus den Augen verloren, welchen Visionen möchte ich in der kommenden Zeit mehr Raum geben? Immer wieder spannend auch die Visionen, mit denen ich nur im Urlaub, in der Natur in Kontakt komme. Kostbare Momente, die ich hoffe, zu Hause zu erinnern und als wertvolle Spur zu begreifen. So verspürte ich erneut den Wunsch, reiten zu lernen. Ein Prospekt für eine Reitschule liegt nun schon vor mir auf meinem Schreibtisch. Lauf, Pferdchen, lauf!

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Do

13

Aug

2009

Visionensuche: Exzentriker und was wir von ihnen lernen können

Ich habe gerade ein Buch über englische Exzentriker gelesen. Frauen, die Katzen oder Gnome sammeln, Männer, die sich als Leopard tätowiert in die "Wildnis" zurückgezogen haben, Menschen, die Grenzbereiche des Lebens austesten. Ich habe festgestellt, dass es Überschneidungen zu Visionären gibt, oder besser, dass Visionäre von Exzentriker lernen können. Denn jene haben eines gemeinsam, egal, wie unterschiedlich die Bereiche sind, in denen sie ihre extremen Vorlieben ausleben: Sie alle scheren sich nicht einen Deut darum, was andere Menschen oder "die Gesellschaft" von ihnen denken. Sie haben in ihrer Unkonformität ihre Identität gefunden und haben das Feld von "Ich darf" und "Ich darf nicht" längst hinter sich gelassen.

Auch bei unseren Visionen geht es oft darum, die Norm zu verlassen - und wenn es erst einmal nur in unserem Kopf ist. Oft sind unsere Visionen ja viel harmloser, als wir selber denken. Ich finde es erfrischend, an Exzentriker zu denken und meine Visionen mit ihren in Relation zu setzen.

 

Das Buch: "English Eccentric" von Henry Hemming

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Fr

07

Aug

2009

Der Duft der Visionen

Gestern war ich in einem Kosmetikgeschäft. Mit viel Muße schlenderte ich durch die Gänge und roch mich auf der Suche nach einem erfrischenden Raumduft durch die tausendundein Düfte. Ich hatte bereits eine engere Auswahl getroffen, da nahm ich einen Flakon zur Hand, der mir durch seine besondere elegante Form auffiel. Ich stäubte seinen Duft an meine Nase und war wie elektrisiert. Das war ein Duft, der sich von allen anderen abhob - er war sehr intensiv und gleichzeitig gefällig. Begeistert sprach ich die Verkäuferin an und sie bestätigte mir die Qualität - ja, meinte sie, das sei eben der Unterschied zwischen einem Eau de Toilette und einem Parfum, und dann enthielte das Parfum nur natürliche Inhaltsstoffe und sei von der Duftdauer viel ergiebiger als preiswertere Varianten.

Als ich das Geschäft verließ, dachte ich über das Dufterlebnis nach. Wie oft gebe ich mich in meinem Alltag mit dem Mittelmaß und dem Gewöhnlichen zufrieden, weil es das ist, was ich kenne. Meine Visionen geben mir die Chance, meine Sinne zu erheben und mich mit dem Besonderen zu verbinden. Meine Visionen geben mir die Möglichkeit, mir ein Leben zu entwerfen, das nach Parfum duftet.

 

 

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Mi

05

Aug

2009

Vision: Ihr idealer Tag

Nelkenstrauß vor Fenster Copyright: Annabell Karbe

Es gibt eine wunderbare Möglichkeit, sich Ihren Visionen anzunähern: Sie fragen sich, wie Ihr idealer Tag aussehen würde und schreiben Ihre spontanen Ideen dazu auf. Sie beschreiben einen kompletten Tagesablauf von dem Moment an, in dem Sie Ihre Augen aufmachen bis zu dem Moment, in dem Sie abends Ihre Augen schließen. Sie beschreiben so genau wie möglich, wo Sie sich befinden, welche Menschen Sie umgeben, was Sie tun und machen. ALLES, was Ihnen dazu in den Sinn kommt.

 

Und wenn Sie diese Übung beendet haben, folgt die nächste: Dann notieren Sie, wie Ihr NOCH idealerer Tag aussehen würde...

 

... Sie werden staunen...

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Sa

01

Aug

2009

Visionenarbeit für Frauen und Männer

Logo mit Gesichtern Copyright: Annabell Karbe

Auf dem Online-Portal frauenseiten.bremen ist ein Artikel über Raum für Visionen und mich erschienen. Das wirft die Frage auf: Ist Visionenarbeit nur etwas für Frauen? Ich biete Raum für Visionen auf jeden Fall für beide Geschlechter an, denn meiner Ansicht nach ist Visionenarbeit etwas universelles, und Frau u n d Mann wünschen sich ein erfülltes Leben. Gleichzeitig bin ich gespannt, wer im Einzelnen an meine Tür klopfen wird, und welche Aspekte die beiden Geschlechter in die gemeinsame Visionenarbeit einbringen werden.

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Mo

27

Jul

2009

Visionen bringen zum Leuchten

Ich habe in den letzten Tagen mit verschiedenen Menschen über ihre beruflichen Visionen gesprochen. Ich habe dabei ein Phänomen beobachtet, das bei allen von ihnen auftauchte. Als wir unser Gespräch begannen, waren alle recht nüchtern. Mit ernster Miene erzählten sie mir, was und wo sie arbeiten. Als sie dann das erste Mal erwähnten, was sie eigentlich gerne arbeiten möchten, veränderten sie sich. Sie setzten sich aufrechter hin, sie lächelten. Als sie dann erzählten, was sie eigentlich wirklich wirklich gerne arbeiten möchten, saß vor mir ein anderer Mensch. Ein strahlender Mensch. Ich bin fasziniert davon, wie der ganze Körper Visionen ausdrückt. Es ist, als sei der Mensch von Kopf bis Fuß an einen neuen Energiekreis angeschlossen.

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Do

16

Jul

2009

Volle Pulle

Diese Woche kam mir auf der Straße ein kleines Mädchen entgegen. Es lief einige Meter vor seinem Vater und schmetterte ein Lied.

 

Der Text war ein Kauderlwelsch, die Töne schief. Mich begeisterte die Unbesorgtheit, die das Mädchen an den Tag legte. Es sang ohne Ziel, und auch nicht für die Menschen, die es umgaben.

 

Am nächsten Morgen fiel mir der Begriff "Volle Pulle" ein. Das Mädchen hatte "volle Pulle" gesungen. Und ich fragte mich: Wann hatte ich das letzte Mal etwas "volle Pulle" getan?

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Di

14

Jul

2009

mit Freunden Visionen teilen

Postkarten Raum für Visionen

Gestern feierte ich den Auftakt von "Raum für Visionen". Bevor ich ab August offiziell Infoabende anbiete, wollte ich mit meinen Freundinnen und Freunden feiern und ihnen von meiner Visionenarbeit erzählen. Ich  freue mich über den gelungenen Abend. Es ist etwas ganz Besonderes für mich, meine Freunde an meinen Visionen teilhaben zu lassen und auch an ihren Visionen teilzuhaben. Wir begeistern uns für unsere Ideen, ermutigen uns in schwierigen Phasen und wissen um all den Schweiß und das Herzblut, die in unseren Vorhaben stecken. Ja, es ist ein Wissen um uns, das in uns abgelagert ist, und das seinen ganz eigenen Wert hat.

 

Eine Freundin war beispielsweise dabei, mit der ich vor einigen Jahren eine einjährige Fortbildung machte. Als sie mir gestern gegenüberstand, fiel mir auf einmal wieder ein, dass ich schon damals ein Konzept für Visionenarbeit vorstellte. Ich erinnerte mich, dass der einzige Kommentar des Dozenten war: "Und, was kannst du damit verdienen?" Die absolute Killerfrage, wenn sie zum falschen Moment kommt. Mir wurde im Nachhinein bewusst, dass diese Fortbildung ganz sicher nicht der richtige Raum für meine Visionen gewesen ist. Und wieviel Zeit es noch bedurfte, bis meine Visionenarbeit ihre Form angenommen hat.

 

Es ist toll, "Visionenfreunde" zu haben!

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Sa

11

Jul

2009

Vision: Zirkus!!!

rote Zirkusarena

Gestern war ich im Zirkus. Ich war dort mit einem fünfjährigen befreundeten Mädchen, dem ich damit eine Freude machen wollte. Als ich dann im Dämmerlicht im Rund des Zirkuszeltes saß, mit Blick auf die Arena und den mit Sternen bedruckten Zelthimmel, da bemerkte ich, dass ich auch mir eine Freude mit diesem Zirkusbesuch machte. Ich erinnerte mich, dass ich Zirkus schon seit jeher faszinierend fand. Ich erinnerte mich an den kleinen Wanderzirkus, der in der Nähe unseres Wohnhauses Halt machte und an dem ich mit anderen Kindern herumlungerte. Ich erinnerte mich, wie oft ich als Kind Zirkuszelte und Clowns gemalt hatte. Noch vor einem Jahr brachte meine Mutter einen Clown aus Salzteig zu Tage, den ich einst geformt und bemalt hatte. Und ich erinnerte mich, dass ich schon lange die Vision habe, einmal einen Zirkus zu inszenieren. Es ist wirklich schön, wenn Visionen neu zum Leben erweckt werden.

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Do

09

Jul

2009

Wir sind unsere Visionen

Topf mit Pinseln

Eine Freundin plant ihren Geburtstag und überlegt, wie sie ihn gestalten kann. Sie erzählte mir heute, dass sie daran denkt, ihren Gästen auf der Feier eines ihrer Hobbies nahe zu bringen, aber noch unsicher sei, ob das so gut ankäme. Ich glaube, es hätte so ziemlich alles sein können, was sie als Hobby hat - ich wäre immer angetan von der Idee, dieses mit Freunden zu teilen. Ob Drachenfliegen, Ikebana oder Flamencotanz - es macht einen Teil von jedem aus, der es praktiziert, und wie schön, einen kleinen Einblick in die Persönlichkeit und Lebenswelt einer Freundin oder eines Freundes zu erhalten. Wie langweilig, wenn wir alle dasselbe Hobby hätten, wie langweilig, wenn wir alle dieselben Visionen hätten.

 

 

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Sa

04

Jul

2009

Randy Pausch: Scheitern gehört zu Visionen dazu

Kunstobjekt Annabell Karbe

Randy Pausch gab 2007 als Professor einer amerikanischen Universität seine "last lecture" und damit einer Tradition neue Bedeutung: eigentlich stellen sich die Lehrenden die hypothetische Frage, was sie ihren Studierenden mitteilen würden, würden sie ihre letzte Vorlesung halten. Bei Randy Pausch war es tatsächlich die letzte Vorlesung, da er kurz vorher an Leberkrebs erkrankt war und wusste, dass er sterben würde.

 

Ich habe gestern das Video seiner Vorlesung entdeckt und in ihm einen "Visionenmate" entdeckt. Randy Pausch erzählt, für wie existenziell er es hält, seine Kindheitsträume zu verwirklichen. In seinen Ausführungen trifft sich vieles mit meinen Erkenntnissen, die ich in der Visionenarbeit weitergebe. Besonders beglückt war ich, als ich den Mann sagen hörte, dass ihn das Scheitern an dem Erreichen seiner Träume vielleicht am meisten gelehrt hat. So schaffte er es nicht, in die Fußball-Nationalmannschaft aufgenommen zu werden. Aber in dem Versuchen, dieses Ziel zu erreichen, hat er unglaublich viel gelernt.

 

Ich selber bin überzeugt, dass Scheitern unabdingbar zur Visionenarbeit dazu gehört. Je öfter ich versuche, meine Visionen zu erreichen, desto öfter scheitere ich. Lange Zeit habe ich Scheitern mit Versagen gleichgesetzt. Aber immer öfter kann ich es als natürlich ansehen, dass Scheitern ein Teil des Lebens ist. Es mag Stimmen geben, die sagen, man kann ALLES erreichen, hat man es nur ernsthaft genug versucht. Ich glaube jedoch, dass Visionen immer ein Zusammenspiel aus inneren und äußeren Einflüssen ist, und das wir nur bedingt kontrollieren können, dass uns etwas gelingt.

 

Mehr noch - ich habe erfahren, dass sich manches "Scheitern" im Nachhinein als Segen herausgestellt hat. Das hat meinem Erleben nicht den Schmerz genommen, denn etwas, das man sich sehr wünscht und für das man viel Energie investiert hat, nicht zu erreichen, i s t schmerzhaft. Aber es hat die Dinge zurechtgerückt und das Geschehene nicht bitter sein lassen.

 

Ich weiß, dass ich mit dieser Auffassung nicht sehr populär bin, denn Scheitern ist ein Tabu. Ich bin Randy Pausch dankbar dafür, dass er mein Erleben bestätigt und freue mich, in ihm einen "Visionenmate" gefunden zu haben.

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Mi

01

Jul

2009

Vision: alles ist relativ

Ich denke zur Zeit viel über die "Hexenkinder" aus dem Kongo nach, von denen ich gehört habe. Kinder, die von ihren Familien als vom Dämon besessen betrachtet und deshalb verstoßen werden. Tausende von Kindern, die auf den Straßen der Städte ihr Dasein fristen, und oft beraubt, verprügelt, vergewaltigt werden. Es handelt sich wohl um ein recht neues Phänomen, das aus der ökonomisch schlechten Lage des Landes resultiert.

 

Ich frage mich, was diese Kinder für Visionen haben. Wie weit ins Voraus können sie denken bei der täglichen Suche nach ein paar Reiskörnern, einem Stück Brot? Wie möglich ist es ihnen, überhaupt in Kontakt zu sein mit ihren Sehnsüchten, ihren Träumen?

 

Sind Visionen ein Luxus?

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Mi

24

Jun

2009

die oft versagte Vision, das Singen

Graffiti Plattenspieler Copyright: Annabell Karbe

Ich habe nochmal über das Singen nachgedacht. Mir scheint es, als sei es ein Tun, an das wir Menschen die höchsten Ansprüche haben, und das wir uns damit oft unnötigerweise versagen. Kaum etwas, was wir so vehement betonen wie: „Nein, ich

K A N N nicht singen!“, werden wir einmal auf unsere Stimme oder ein gesummtes Lied angesprochen. Als sei es etwas, was wir erlernen, studieren müssen, wofür wir geheimnisvolle Prüfungen ablegen müssen, bevor wir überhaupt den ersten Ton von uns geben. Somit ist das Singen auch oft eine Vision, die wir ins nächste Leben verlegen: „Im nächsten Leben möchte ich Jazzsängerin sein, das wäre toll!“

 

Natürlich gibt es ausgebildete Sängerinnen und Sänger, die eine Arie schmettern können, dass es uns die Ohren weghaut. Aber müssen wir immer Profis sein, um etwas überhaupt tun zu dürfen? Wir erwarten von uns weder, Profischwimmer zu sein, um an einem heißen Sommertag baden zu gehen, noch preisgekrönte Schachspieler, um eine Runde Schach zu spielen. Aber das Singen überlassen wir den „echten Sängerinnen und Sängern“ und bevorzugen es, stumm durchs Leben zu gehen.

 

Ich liebe es, wenn der Vorhang der Professionalität weggezogen wird und der wahre und oft so schlichte Kern einer Sache zum Vorschein kommt. Sobald ich den Mund aufmache und einen klingenden Ton von mir gebe, singe ich. Punkt. Ein afrikanisches Sprichwort drückt dies so aus:

 

„Wer gehen kann, kann tanzen. Wer sprechen kann, kann singen.“

 

Life could be so simple.

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Di

23

Jun

2009

Vision: der Funke sprang über

Ausschnitt von afrikanischem Gewand Copyright: Annabell Karbe

Nun bin ich wieder zurück vom Workshop mit afrikanischen Sängerinnen und Sängern und ich kann sagen: Der erhoffte Funke ist übergesprungen! Ich habe viel mehr erhalten, als ich erwartet habe, und ich hätte nicht gedacht, dass ich das nochmal erleben darf: Ich in einem afrikanischen Gewand hinter dem Altar stehend, mitten in einem riesigen Chor, die Arme erhoben zum "Hallelujah". Es hat sich erstaunlich natürlich angefühlt, da so in meiner Vision zu stehen. Und all meine Zellen haben bis in die Nacht hinein vor lauter Tönen und Melodien geschwungen, ein tolles Gefühl!

 

Für den Veranstalter YaBeppo und seine Frau Gisela hat sich mit dem Workshop übrigens auch eine Vision erfüllt. Sie haben für eine Tournee von sechs Wochen den Chor "Esengo" aus dem Kongo eingeladen, der Kirchentag in Bremen war der Auftakt gewesen, der jetzige Workshop der Abschluss. Sie haben Spenden gesammelt, um  es den sieben Sängerinnen und Sängern möglich zu machen, nach Europa zu kommen, und man hat jede Stunde des Wochenendes gemerkt, welchen Herzenswunsch sich alle miteinander damit erfüllt haben.

 

Heute sitzen die Chormitglieder im Flieger nach Afrika...

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Fr

19

Jun

2009

Vision light: Singen gehen

Graffiti Musiknoten Copyright: Annabell Karbe

Seit Jahren habe ich vor, einmal von afrikanischen Sängerinnen und Sängern zu lernen. Meine große Vision ist es, dafür nach Südafrika zu reisen. Doch immer wieder bin ich unsicher, ob dieses Land das richtige für mich ist. So mache ich heute die Vision schon mal im Kleinen wahr: Ich besuche einen Wochenendworkshop in Norddeutschland, zu dem afrikanische Sängerinnen und Sänger anreisen. Ich bin gespannt, ob dann der Funke gänzlich überspringt und ich die große Vision weiter verfolge, oder ob sich mein Wunsch auf recht einfache Art und Weise erfüllt und ich mich Neuem zuwenden kann...

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Mo

15

Jun

2009

unglaubliches Scheitern einer Vision

Ich finde es immer wieder lehrreich zu sehen, dass und wie Visionen auch scheitern können. Der Film "Rad der Zeit" von Werner Herzog gibt ein beeindruckendes Beispiel dafür. Die Tausende von Pilger, die zu der Kalachakra-Initiation nach Indien gekommen sind, erfahren, dass der Dalai Lama erkrankt ist. Dieser sollte die wichtigsten Rituale der Initation durchführen. Tag um Tag vergeht und letztlich kommt der noch kranke Dalai Lama zu den Pilgern, um zu ihnen zu sprechen. Mit größtem Bedauern muss er die Initiation absagen, da er zu schwach für die erforderlichen Zeremonien ist. Die Kamera fährt über die Gesichter der Gläubigen und hält ihre maßlose Enttäuschung fest. Der Dalai Lama selbst ist so erschüttert, dass er nicht weitersprechen kann. Schweigend sitzt er vor den Scharen von Menschen, die undenkbar lange Wege auf sich genommen haben, um an diesem Ort zu erscheinen.

 

Er vertagt die Initiation um ein Jahr, und tatsächlich - der Film dokumentiert, wie sie dann mit einem gesunden Dalai Lama stattfinden kann. Allerdings wird sie in Österreich vollzogen und ich fragte mich, wieviele der in Indien anwesenden Pilger die Möglichkeiten hatten, nach Europa zu reisen, um nachzuholen, was ihnen ein Jahr vorher entgangen war.

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Do

11

Jun

2009

Vision: Am Ende eines langen Weges

Buddhakopf Copyright: Annabell Karbe

In seinem Film: "Rad der Zeit" dokumentiert Werner Herzog die Kalachakra-Initiation als wichtigstes buddhistisches Ritual. Es findet alle paar Jahre statt, im Film in Indien an dem Ort, an dem Siddharta die Erleuchtung fand und zu Buddha wurde. Pilger aus aller Welt kommen zu diesen bedeutenden Tagen zusammen, darunter auch ein Mönch, den Herzog interviewt. Der Mann hat in dreieinhalb Jahren über 4.000 Kilometer mit Niederwerfungen zurückgelegt, um aus einer weit entlegenen Provinz einzutreffen. Er hat sich auf die Knie geworfen, die Arme von sich gestreckt, den Kopf auf den Boden gelegt, ist dann wieder aufgestanden, einen Schritt gegangen, hat sich wieder auf die Knie geworfen, die Arme von sich gestreckt, zig Tausende Male. Mir hat sein Glaube und seine bedingungslose Hingabe an sein Ziel eine neue, ungeahnte Dimension, eine Vision zu leben, gezeigt.

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Di

09

Jun

2009

Vision: Sansibar ruft

In der kleinen Post in meinem Viertel hat eine der Postbeamtinnen ein Sparschwein aufgestellt. Es ist kein Sparschwein, das für die Post wirbt, sondern es ist das ureigene Sparschwein der Angestellten. "Für mein Ticket nach Afrika" steht darauf, und das Schwein steht schon lange dort. Hin und wieder habe auch ich ein paar Cent hineingeworfen, gestern fragte ich dann, wohin genau sie denn fliegen wolle? Nach Sansibar, antwortete sie. Wie weit der Flug denn vom Ersparten schon reiche, fragte ich nach. Wissen Sie, wo Sansibar liegt, fragte sie zurück. Weit, sehr weit, signalisierte ihre Gegenfrage. Wissend schauten wir uns beide an, ihre Augen voller Sehnsucht.

Sie wird weiter sparen, da bin ich mir sicher.

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