Fr
16
Jul
2010
Visionenbuch Kapitel Drei, 2: Träumen
Wir können ganz spontan in den Zustand des Träumens geraten, tags oder nachts. Wir sind inspiriert von einem Ereignis, irgendein Knoten platzt, unser Leben beschäftigt uns – und auf einmal fließen die Bilder nur so in uns hinein. Visionen kommen nicht in blassen Farben zu uns, Visionen schillern und knallen. Wenn wir von einem neuen Projekt träumen, das wir im Traum selbstverständlich erfolgreich abschließen, erhalten wir nicht irgendeine Anerkennung, sondern den Nobelpreis oder Oskar. Wir präsentieren es auch nicht bundesweit, sondern gehen auf Welttournee. In unseren Visionen sind wir Königin und König! Die Pferde, die wir züchten, sind die Prächtigsten der Welt, die Häuser, die wir bauen, Paläste. Oft sind unsere Vorstellungen so klar und dicht, dass wir in ihnen gedanklich spazieren gehen können. Es ist ein Szenario, das sich vor unserem inneren Auge entfaltet, und wir füllen es für diesen Moment mit unserer ganzen Seele aus. Das Wunderbare ist, dass wir in unseren Visionen alles können. Wir sehen uns auf der Bühne singen, wir sehen uns über die Weiden reiten, wir haben alle Prüfungen bereits bestanden und haben alles erreicht.
Nüchtern gelesen, kommt uns diese Beschreibung recht waghalsig, wenn nicht vermessen vor. Und doch sind es genau diese Bilder, die wir brauchen, und die wir genießen sollten, sehen wir sie vor unserem geistigen Auge. Ich möchte übrigens behaupten, dass wir dazu tendieren, kleine Bilder unserer gewünschten Zukunft zu sehen als zu große. Besonders, wenn wir älter werden und meinen, für das ganz Große, das Andere fehle die (Lebens)zeit. Wir können es üben, Visionen zu sehen, und das hat weder mit Halluzinationen oder mit Phantastereien zu tun.

