Mo

12

Jul

2010

Visionenbuch, Kapitel Zwei, 15: Suche

Allee

Es kann sehr wichtig sein, andere zu dieser Spurensuche hinzuzuziehen. Zu oft gibt es in unserer Erinnerung und in unserer Selbstwahrnehmung blinde Flecken. Der Grund dafür mag sein, dass das, was wir gut können, sich selbstverständlich anfühlt, und wir es deshalb gar nicht als etwas Besonderes sehen. Als mich vor einigen Jahren eine Freundin besuchte, unterhielten wir uns am Frühstückstisch über ihre Diplomarbeit. Ich bot ihr spontan an, ihr beim Korrekturlesen zu helfen. Was, rief sie, das würdest du tun? Ja, antwortete ich, etwas irritiert, denn etwas Naheliegenderes hätte mir nicht in den Sinn kommen können. Meine Freundin hasste es zu schreiben und für sie war alles, was mit der Diplomarbeit zusammenhing, eine Qual. Dass es jemanden geben könne, die gerne schreibt und die sich gerne mit Texten befasst, erschien ihr wie eine Neuigkeit aus einer anderen Welt. Erst die Reaktion meiner Freundin stieß mich darauf, dass es vielleicht ein Talent ist, das ich besitze und das es zu pflegen gilt.


Andere Menschen können zum Spiegel werden, und wir sollten diesen Spiegel nutzen.

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