Mo
12
Jul
2010
Visionenbuch, Kapitel Zwei, 14: Suche
Der Hund, den ich mir heute wünsche, die Musik, nach der ich mich heute gerne bewege, all das kommt in meiner Kindheit bereits vor. Noch immer gräbt meine Mutter beispielsweise ab und an eine Zeichnung von einem Clown hervor, den ich als Kind zeichnete. Neben der Spanholzschachtel, die sie mir gab und die ich als Kind mit einem Clown bemalt hatte, dem Fensterbild, das ich mit einem Clown bemalt hatte und dem Clown aus Salzteig, den ich als Kind geformt habe. Ist es ein Zufall, dass ich als Erwachsene eine Clownsfortbildung absolvierte, eine zeitlang mit einer Clownsnummer auftrat und auch in einer meiner kreativen Visionen ein Clown die zentrale Rolle spielt?
Unsere Kindheit kann eine wahre Schatzkammer unserer Talente und Leidenschaften sein, wenn wir nicht zu früh daran gehindert wurden, sie zu leben. Falls dies der Fall ist, könnten es die Sehnsüchte unserer Kindheit sein, die uns auf eine wichtige Spur führen. Nach welchen Orten, welchen Aktivitäten haben wir uns schon als Kind gesehnt? Gab es klitzekleine Momente, in denen wir unseren Interessen nachgingen, vielleicht sogar Geheimnisse, die wir wie einen Schatz hüteten? Diese Spurensuche mag schmerzhafter sein als die nach unseren erfüllten Erinnerungen, aber sie dient dem gleichen Zweck: Unsere Kindheit ernst zu nehmen, um jetzt als Erwachsene wieder ein Stück Kind werden zu können. Denn unsere Visionenarbeit kann uns wieder zu den Momenten hinführen, die uns aus unserer Kindheit vertraut ist: Wenn wir uns dem Fluss unseres Tuns hingeben und zufrieden sind mit uns und der Welt.

