Mo

12

Jul

2010

Visionenbuch, Kapitel Zwei, 13: Suche

Allee

Manchmal kann der Moment, in dem wir schiere Lebensfreude gespürt haben und in unserer Stärke waren, schon eine Weile zurückliegen. Manchmal kann er uns auch so selbstverständlich sein, dass wir ihn gar nicht bemerken. Es ist eine der spannendsten und erfüllendsten Vorgänge in der Visionenarbeit, den Momenten unserer Begeisterung aufzuspüren und uns somit aufs Neue mit dieser wesentlichen Energiequelle zu verbinden. Wo können wir zu suchen beginnen? Im Hier und Jetzt, indem wir uns fragen, was wir gerne tun, welche Leidenschaften wir haben und wohin uns unsere Sehnsucht zieht – und in unserer Kindheit und Jugend. Es ist überraschend, was uns unsere Vergangenheit über unsere Leidenschaften und Stärken verrät, lernen wir, genau hinzuschauen. Es gilt nur, der Erinnerung Raum zu geben und die Spuren zu erkennen.

 

Denke ich beispielsweise an meine Kindheit zurück, erinnere ich mich besonders gerne an Situationen, in denen ich kreativ gewesen bin. Ich denke an die Geschichten, die ich mir mit meinen Schwestern und mit meiner Mutter ausgedacht und geschrieben und illustriert habe. Ich denke daran zurück, wie ich meine Mutter beim Kochen damit aufheiterte, Reporter zu spielen. Die beiden intensivsten Erinnerungen an meine Grundschulzeit gehen an ein Referat über Menschenaffen zurück, das ich gehalten habe, und an eine rhetorische Rede, die ich mit einer gewieften Metapher schloss. Jahre der Schulzeit sind in meinem Gedächtnis zu einem nebligen Etwas verschmolzen – wie kommt es, dass ich gerade diese Ereignisse noch so genau erinnere (sogar die Fotos von Menschenaffen, die ich auf mein Referat klebte, erinnere ich noch!). Es müssen Ereignisse gewesen sein, in denen ich etwas besonders gut konnte und mit Begeisterung tat.

 

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