Fr

09

Apr

2010

Visionenbuch: Kapitel Eins, 3: Auszeiten

Zeichnung Tanzende Frau

Urlaub kann mich auch mit Dingen bekannt machen, die ich im Alltag nie entdeckt hätte. Eine Freundin nimmt mich in Berlin in ein Improtheater mit und ich entdecke meine Begeisterung für diese Theaterform. In Spanien sehe ich auf einem Fest eine Flamencogruppe tanzen und verliebe mich in die Energie, die der Tanz ausstrahlt. Ich verlasse in fremder Umgebung schneller "meine Spur", entspannt lasse ich mich einfacher auf Fremdes ein und meine Neugierde wird geweckt. Das alles kann ein riesengroßer Schatz sein, den wir zurück nach Hause tragen und der den Grundstein für unsere Visionen legt.

 

Ich kann als freiwillige Auszeit auch eine Visionensuche mitmachen. Diese uralte Form, die in unterschiedlichen Kulturen gepflegt wurde, wird heutzutage auch in Europa wieder angeboten. Ich werde durch Rituale in einer Gruppe auf eine Zeit in der Natur vorbereitet. Ich stimme mich auf die Umgebung ein, stelle mich innerlich auf die Mutprobe ein und gehe der Frage nach, die ich mit in die Stille und Einsamkeit nehmen möchte. Ich suche mir einen Ort für meine Visionensuche und stelle die Ausrüstung zusammen, die ich brauche. Fastend halte ich mich dann drei Tage und drei Nächte an diesem Ort auf. Ich stelle mich den Naturgewalten und dem, was in mir ist. Ich durchlebe drei Mal den Sonnaufgang und -untergang, die Nacht, die Mittagszeit. Tiere, die Luft, Wasser, die Erde... ich kehre in die Gruppe zurück und teile das, was ich "gesehen" habe. Man sagt, wenn ich mit einem Satz zurückkehre, mit dem ich ausdrücke, wer ich im Hier und Jetzt bin, dann hat sich die Visionensuche erfüllt. Von dort kann ich weitergehen und herausfinden, was ich und wie ich mich ändern und entwickeln möchte.

 

Eine freiwillige Auszeit muss nicht immer so extrem und entfernt vom Alltag sein. Ich kann mir auch kürzere Auszeiten schaffen, in denen ich einen Schritt aus meinem Alltag mache und mir Raum für meine Visionen und für meine Visionenarbeit gebe. Eine dieser Möglichkeiten habe ich mit den Visionen-Power-Treffs geschaffen. Einmal die Woche habe ich angeboten, sich für anderhalb Stunden zu treffen, um etwas über die Prinzipien der Visionenarbeit zu erfahren und sich mit den eigenen Visionen zu beschäftigen. Eine Teilnehmerin nannte es eine Verabredung mit sich selber.

 

Dann gibt es noch die "Visionentreffs". Ich habe sie von Julia Camerons' "Künstlertreffs" abgewandelt. Ich nehme mir in regelmäßigen Abständen für zwei Stunden Zeit, um etwas zu tun, was mich mit meinen Visionen verbindet. In Phasen, in denen ich auf Visionensuche bin, mache ich einfach Dinge, die mir Spaß machen und bei denen ich Neues entdecken kann. Es können ganz verrückte Sachen sein wie der Besuch eines Schrottplatzes, der Gang ins Nachttierhaus, in den Kostümverleih.Unsere Visionen folgen keiner Logik, müssen nicht vernünftig sein, im Gegenteil...

Trackback-Url für diesen Artikel


Trackbacks / Pingbacks: 0

Kommentar schreiben

0 Kommentare

  • loading