Do

18

Mär

2010

Visionenbuch: Einführung 2

Zeichnung tanzende Frau

Eine Vision ist nichts Abstraktes, was es im Außen zu finden gilt. Deshalb nenne ich die Visionenarbeit auch "kreative Detektivarbeit" oder "innere Schatzsuche". Es geht darum, den Blick nach Innen zu kehren und dort nach unseren Wünschen und Sehnsüchten zu suchen. Öfter als wir denken sind sie schon längst da, verborgen oder gar verschüttet und mehr als bereit, von uns wiederentdeckt zu werden.

 

Unsere Visionen sind eng mit unserem inneren Wesenskern verbunden. Wie heißt es so schön? "Werde, wer Du bist!" Wenn wir unser Wesen erkennen und anerkennen, dann haben wir die Chance - und die Aufgabe -, unser Leben authentisch zu gestalten. Entweder beeinflussen wir dann die uns umgebenden Lebensumstände so, dass sie unserem Wesen entsprechen und es zum Blühen bringen, oder wir suchen uns das Lebensumfeld, das Gleiches bewirkt. "Wer bin ich?", ist somit die Frage, die am Anfang der Visionenarbeit steht, um dann Antwort darauf zu finden, wie ich werde, der ich bin.

 

Visionenarbeit

 

Ich spreche immer von "Visionenarbeit", und nicht von "Visionensuche", wie es gebräuchlich ist. Damit möchte ich betonen, dass zu der Arbeit mit Visionen immer der Teil gehört, in dem wir versuchen, unsere Visionen zu verwirklichen. Schon die alten Kulturen wussten, dass es elementar war, die Vision, die jemand in der Wildnis und Einsamkeit fand, in die Gemeinschaft zurückzutragen und zu leben. Blieb es alleine bei der Visionensuche, bewerteten sie eine Vision als spirituell wertlos. Dieses Wissen ist für mich essentiell, vielleicht, weil ich persönlich lange Zeit brauchte, diesen Teil in meine Visionenarbeit zu integrieren.

Es fiel mir schon immer sehr leicht, Visionen, also innere Bilder meiner gewünschten Zukunft, zu finden. Ich habe viel Phantasie und einen guten Zugang zu meiner inneren Stimme. Aber wie ich diese Visionen leben konnte, war mir lange Zeit rätselhaft. Es war für mich eine Erlösung, durch Lektüre und Anleitung Werkzeug zu entdecken, mit dem ich Visionen umsetzen konnte. Gleichzeitig war damit eine harte Lektion verbunden: Ich musste erfahren, dass Visionenarbeit oft tatsächlich harte Arbeit ist. Für einen Luftmenschen wie mich, die sich in den Wolken zu Hause fühlte, nicht einfach zu akzeptieren.

 

Hier muss ich allerdings anmerken: Es gibt Menschen, die Visionenarbeit ganz anders betrachten als ich. Sie sind der Ansicht - und haben damit auch Erfahrungen gemacht -, dass sich ihre Visionen, sind sie klar genug mit ihnen, von alleine manifestieren. Sie geben ihre Wünsche ans Universum und ernten, indem sie bewusst damit sind. Ich erkenne zwar an, dass das Leben gehörig an der Visionenarbeit beteiligt ist und es durchaus Visionen gibt, die sich als Geschenk offenbaren... aber der Schlüssel, der mir häufiger die Tür öffnet, ist die eigene Handlung.Und seltsamerweise bedauere ich dies nicht, sondern finde es erleichternd - ich muss nicht darauf warten, dass "es" passiert, sondern ich darf tagtäglich meinen Teil dazu beitragen, dass sich mein Leben erfüllt. Für mich ist diese Aktivität ein Segen und ich finde es mittlerweile sehr befriedigend, die Kunst der kleinen Schritte zu praktizieren. Das Spüren der Steine unter meinen Füßen, das Überwinden von Gräben, das Erreichen von Meilensteinen gehört für mich zu der Visionenarbeit ebenso hinzu wie der Höhenflug, das entgrenzte Phantasieren, das Schwelgen in Möglichkeiten. Himmel und Erde, Inneres und Äußeres, Wunder und Realität, beides gehört jeweils zusammen und macht die Visionenarbeit komplett.

 

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