Di

02

Mär

2010

Kindheit als Vision

Neulich dachte ich darüber nach, dass meine Kindheit auch eine Art Vision sein kann - die naive Glückseligkeit, die ich in manchen Momenten erlebte und die ich mir auch für mein Erwachsenenleben wünschen kann. Ich erinnerte mich beispielweise an die bunten Flaschenscherben, die wir im Schrebergartengebiet auflasen und dann auf ein Mäuerchen legten. Wir spielten Juwelier, und die Scherben leuchteten im Licht. Ich erinnere mich, wie wir restlos in diesem Spiel aufgingen.

Und nun bekam ich heute Post von meiner Schwester, die mich in diesem Gedanken bestärkte. Sie hatte mir bereits am Telefon erzählt, dass sie Kinderfotos von mir gefunden habe, auf denen ich mit Hunden abgebildet sei und ich sehr glücklich aussähe. Sie schickte mir eins dieser Bilder - ich knie neben einem schwarzgelockten Hund, umhalse ihn und lache souverän und verschmitzt zugleich in die Kamera. Ich weiß noch wie heute, wie sich der Strick, den ich auf dem Foto in der Hand halte und der als schlichte Hundeleine diente, anfühlte. Ich weiß auch noch, dass der Hund Nicki hieß.

Ich wünsche mir noch heute einen Hund. Warum, das sagt mir dieses Foto zur Genüge.

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