Mo
26
Okt
2009
Wie kam ich eigentlich auf die Idee der Visionenzeit?
Annabell Karbe
Vor etwa zehn Jahren habe ich das Buch "Der Weg des Künstlers" von Julia Cameron entdeckt. Es handelt sich um ein Buch, das der Entfaltung der eigenenen Kreativität dienen soll und in zwölf Kapitel aufgeteilt ist. Jedem Kapiteltext sind Aufgaben beigefügt, die man ergänzend machen kann, empfohlenermaßen über den Zeitraum von zwölf Wochen. Ich sog das Buch in mir auf, ich machte die Aufgaben und erlebte die zwölf Wochen, die ich dieser Arbeit widmete, als Durchbruch für meine eigene Kreativität. Im Laufe der Jahre bin ich immer wieder Menschen begegnet, die das Buch kannten, die mir aber gleichzeitig erzählten, dass sie mittendrin aufgehört hätten, die Aufgaben zu machen. Das Durchhaltevermögen fehlte und - so beschreibt es Julia Cameron - manchmal auch der Mut, sich den Gefühlen, die so ein Thema auslösen kann, zu stellen.
Mir fällt es sehr leicht, Bücher mit Aufgaben durchzuarbeiten und der Weg des Künstlers war für mich vom praktischen Aspekt her ein Kinderspiel. Weitere Arbeitsbücher folgten, dieses Mal zur Visionensuche, und in mir wuchs der Wunsch, Menschen dabei zu unterstützen, diese Prozesse zu durchleben, die leichter in Gemeinschaft und motiviert durch andere lernen.
Ich selber bin aufgeregt bei dem Gedanken, mir durch das Anbieten der Visionenzeit selber wieder einmal möglich zu machen, drei Monate zu einer ganz besonderen Zeit zu machen. Und an andere Menschen weiterzugeben, was für mich - und jetzt kommen große Worte - lebensverändernd war.
3 Kommentare
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#1
"Der Weg des Künstlers" ist meine "Bibel" und ich kann es nur allen Menschen ans Herz legen.
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#2
Hallo Annabell,
ich habe Deinen Flyer im Briefkasten gefunden und schaue mir nun neugierig Deine Website an. Julia Camerons "Der Weg des Künstlers" steht seit ein paar Monaten neben meinem Schreibtisch. Ich war ganz begeistert von dem Programm, und hatte fest vor es anzufangen. Ich tue mich aber schwer damit, so lange einer Sache konsequent zu folgen, da sich meine Interessen immer sehr schnell ändern...
Ich finde es spannend, nun hier darüber zu lesen.
Ich bin Mutter von drei Kindern und habe letztes Jahr mein Studium beendet. Ich bin zur Zeit am navigieren, wohin mein Weg mich nun führen soll.
Dein Angebot interessiert mich, ich denke, dass es mir unter Anleitung und innerhalb einer Gruppe leichter fällt, dabei zu bleiben. Andererseits bin ich irgendwie skeptisch, dass ich nun durch 3 Monate intensiver Beschäftigung mit Visionssuche eine Vision für mich entwickeln kann...
Ich finde es jedenfalls gut, dass Du das anbietest, und Dir damit anscheinend selber wichtige Bedürfnisse erfüllen kannst.
Herzlicher Gruß aus der Nachbarschaft,
Katharina -
#3
Liebe Katharina!
Ich freue mich sehr, dass mein Flyer zu Dir gefunden und Dein Interesse geweckt hat!
Im Grunde bestätigst Du ja genau das, was für mich den Kern der Visionenarbeit ausmacht. Die Frage, wie es gelingen kann, Visionen nachhaltig im Alltag zu verankern und die Motivation zu finden, am Ball zu bleiben. Mir ist es ein zentrales Anliegen, sich gemeinsam mit dieser Frage auseinanderzusetzen und die Antworten beizusteuern, die ich bisher gefunden habe.
Bei meinen letzten Eröffnungsabenden habe ich immer gesagt, wenn ich nur einen Tipp zur Visionenarbeit geben dürfte, dann wäre es: Lass Dich unterstützen!
Ich weiß nicht, wer uns den Floh ins Ohr gesetzt hat, dass wir diszipliniert und mutig genug sein müssten, unsere Visionen alleine umzusetzen. Tatsächlich bleibt es alleine an uns, die tausend kleinen Schritte zu tun, die es braucht, um eine Vision zum Leben zu erwecken. Aber die Motivation dazu, die kann ich nicht immer alleine in mir finden. Das würde an übermenschliche Fähigkeiten grenzen. Deshalb werde ich während der drei Monate der Visionenzeit viel Aufmerksamkeit auf die Zeit danach richten und die Gruppe dazu anregen, sich zu vernetzen. Es gibt andere Zielfindungsgruppen, wo das gelungen ist - es ist also nicht meine Erfindung -, und auch ich werde mir Gedanken machen, wie ich über die Visionenzeit hinaus hilfreich sein kann.
Zu den drei Monaten selber und zu deiner Skepsis: Natürlich kann ich nicht dafür garantieren, dass jede/r Teilnehmende mit Visionen aus der Visionenzeit geht. Jeder Mensch wird mit unterschiedlichen Voraussetzungen in die Visionenzeit kommen - die eine mit konkreten Visionen, der andere ohne blassen Schimmer... aber was mich optimistisch stimmt, ist, dass wir unsere Visionen öfter als wir denken bereits in uns tragen. Ich nenne die Visionenarbeit deshalb auch eine Schatzsuche. Es geht oftmals eher darum, Methoden und Wege zu finden, diese Schätze in uns auszugraben, als vollkommen neue Visionen aus der Luft zu greifen. "Werde, der Du bist" - in diesem Spruch steckt viel Wahrheit drin!
Darüber hinaus möchte ich in der Visionenzeit Prinzipien der Visionenarbeit vermitteln, mit denen jede/r Teilnehmende selbstständig weiterarbeiten kann. Ich habe bei meiner intensiven Beschäftigung mit verschiedenen Methoden der Visionenarbeit festgestellt, dass es so etwas wie Kernthemen und -methoden gibt, die wir auf Visionen in all unseren Lebensbereichen anwenden können. Und immer wieder nutzen können, wenn wir mal wieder an einem Punkt stehen, unseren Lebenskompass neu auszurichten.
Vielleicht hast Du Lust und Zeit, zu einem meiner Einführungsabende zu kommen, um noch mehr "in Tuchfühlung" mit der Visionenarbeit zu gehen und um herauszufinden, ob die Visionenzeit etwas für Dich ist?
Ich würde mich sehr freuen!
Herzliche Grüße ins Viertel hinein,
Annabell

